25 December 2025, 04:41

Kretschmann warnt vor Nationalismus als ‚politischem Gift‘ und gesellschaftlicher Spaltung

Ein Buch mit einer Abbildung von Menschen und Text auf dem Cover.

Kretschmann warnt vor Nationalismus als ‚politischem Gift‘ und gesellschaftlicher Spaltung

Winfried Kretschmann, der Ministerpräsident von Baden-Württemberg, hat vor einem erstarkenden Nationalismus und einer zunehmenden gesellschaftlichen Spaltung gewarnt. Nationalismus bezeichnete er als das 'gefährlichste politische Gift der Moderne' und zeigte sich tief besorgt über undemokratische Tendenzen, die weltweit an Fahrt aufnehmen.

Kretschmann gab offen zu, die Ursachen dieser Entwicklungen nur schwer nachvollziehen zu können. Er beobachte sie mit Unglauben und nannte die Lage 'zunehmend beunruhigend'. Aus seiner Sicht verengten rechtspopulistische Kräfte soziale Fragen auf Identitätspolitik, statt sie als Verteilungsgerechtigkeit zu diskutieren – und lenkten so die Schuld von den 'Eliten' auf 'die da draußen'.

Der Ministerpräsident kritisierte zudem überbordende Regulierung, die Kreativität und Freiheit ersticke. Er verwies auf unnötige Einschränkungen, die Unternehmen, Kulturveranstaltungen und den Alltag belasteten. Seine Landesregierung treibe zwar Vereinfachungen voran, doch auf Bundesebene stockten die Reformen. Widerstand gegen die Entflechtungspläne kommt dabei aus den eigenen Reihen der SPD: Basismitglieder, linke Strömungen wie die Jusos und einige Bundestagsabgeordnete haben Bedenken angemeldet. SPD-Chefin Bärbel Bas sieht sich mit innerparteilicher Kritik an den Bürgergeld-Reformen konfrontiert, während Figuren wie Lars Klingbeil für ihre zögerliche Haltung in der Debatte schelchtweg angegriffen werden. Linksgesteuerte Delegierte und parlamentarische Kritiker könnten die Vorhaben noch nachschärfen lassen.

Kretschmanns Mahnungen spiegeln die wachsenden Spannungen um Nationalismus, Regulierungswut und politische Polarisierung wider. Seine Landesregierung pocht weiter auf Reformen, doch Bundesblockaden und der Widerstand aus der SPD bleiben zentrale Hürden. Die Diskussion über Bürokratieabbau und gesellschaftlichen Zusammenhalt wird die Politik auch in den kommenden Monaten beschäftigen.