Kretschmanns Abschied: Ein Fest für Stuttgarts stille Helden des Alltags
Wenzel WeinholdKretschmanns Abschied: Ein Fest für Stuttgarts stille Helden des Alltags
Am 30. Januar 2026 richtete Ministerpräsident Winfried Kretschmann seinen letzten Neujahrsempfang im Stuttgarter Neuen Schloss aus. Die Veranstaltung ehrte Beschäftigte aus systemrelevanten Berufen und Ehrenamtliche – Menschen, die im Alltag oft übersehen werden. Rund 750 Gäste kamen zusammen, um ihren Beitrag für die Gesellschaft zu würdigen.
Im Mittelpunkt des Empfangs standen die "stillen Helden" aus Lieferdiensten, Busunternehmen, Reinigungskräften, Verwaltungsbereichen und freiwilligen Organisationen. Kretschmann betonte die Bedeutung von Tugenden wie Höflichkeit, Dankbarkeit und Freundlichkeit als Kitt für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Diese bescheidenen Leistungsträger hielten die Gesellschaft am Laufen, selbst wenn ihre Arbeit kaum Beachtung finde, so der Ministerpräsident.
Die Gäste erlebten ein kulturelles Programm mit Auftritten des Magnus-Mehl-Blechbläsertrios, des Barockensembles Studio 16, des Wonderful Women's Choir Stuttgart sowie des Duos Kraus/Sinz. Zudem bot die Stuttgarter Digitalagentur B-Rex interaktive Erlebnisse: Mit Virtual-Reality-Brillen konnten die Anwesenden als Avatare neue Welten erkunden.
Kretschmann nutzte die Gelegenheit, um dem Narrativ entgegenzutreten, dass nur die Lautesten oder Selbstvermarkter in der Gesellschaft belohnt würden. Stattdessen rückte er die Hingabe jener in den Fokus, die im Hintergrund wirken. Im Laufe des Abends kamen Gäste mit Mitgliedern der Landesregierung ins Gespräch – ein Zeichen für Verbundenheit und Wertschätzung.
Der Empfang war Kretschmanns letzter als Ministerpräsident und hinterlässt ein Erbe der Anerkennung für alle, die die Gesellschaft ohne großen Auftritt tragen. Die Mischung aus Musik, Technologie und Dialog unterstrich den Wert alltäglicher Leistungen. Für die Geehrten war es ein seltener Moment öffentlicher Würdigung ihrer unverzichtbaren Rolle.