Kretschmanns Abschied markiert das Ende einer grünen Ära in Baden-Württemberg
Wenzel WeinholdKretschmann: "Ich bin froh, dass ich aufhöre" - Kretschmanns Abschied markiert das Ende einer grünen Ära in Baden-Württemberg
Baden-Württembergs langjähriger grüner Ministerpräsident Winfried Kretschmann wird nach fast 15 Jahren im Amt zurücktreten. Der 77-jährige Politiker, der 2011 die jahrzehntelange Vorherrschaft der CDU brach, kündigte an, bei der Landtagswahl am 8. März 2026 nicht mehr anzutreten. Aktuelle Umfragen sehen die CDU mit 29 Prozent vorn, während die Grünen bei 23 Prozent liegen und die AfD mit 20 Prozent dicht dahinter folgt.
Kretschmann übernahm das Amt im Mai 2011 und wurde damit der erste grüne Ministerpräsident des Landes. Seine Amtszeit markierte einen historischen Wandel und beendete die lange CDU-Dominanz. Doch nach Jahren an der Spitze beschreibt er die Position nun als zermürbend und räumt ein, dass sie seinen Schlaf und sein Wohlbefinden beeinträchtigt habe.
Der scheidende Regierungschef sprach offen über die Belastungen des Amtes. Selbst kleine Missstände hielten ihn nachts wach, da er sich persönlich für die Lösung von Problemen oder die Vermeidung von Fehlern verantwortlich fühle. Mit dem Ende seiner Amtszeit freut er sich darauf, diese Last endlich abwerfen zu können.
Mit der Landtagswahl im März 2026 steht Baden-Württemberg vor einer ungewissen politischen Zukunft. Umfragen vom Januar 2026 deuten auf eine knappe Führung der CDU hin, während die Grünen und die AfD als starke Konkurrenten gelten. SPD, Linke und FDP liegen weit zurück – die Voraussetzungen für einen spannenden Wahlkampf ohne den langjährigen Spitzenkandidaten sind damit gegeben.
Kretschmanns Rückzug beendet eine prägende Ära der Landespolitik. Sein Fehlen auf dem Wahlzettel wird den Wahlkampf verändern, in dem CDU, Grüne und AfD um die Vorherrschaft ringen. Die Ergebnisse der Wahl werden zeigen, ob das Land an seiner grünen Tradition festhält oder unter neuer Führung einen Kurswechsel vollzieht.