Kretschmanns Rückzug markiert das Ende einer Ära für die Grünen in Baden-Württemberg
Cordula RingAustretender Ministerpräsident Kretschmann: "Ich bin froh, dass ich gehe" - Kretschmanns Rückzug markiert das Ende einer Ära für die Grünen in Baden-Württemberg
In Baden-Württemberg steht ein Wechsel an der Spitze bevor: Nach fast 15 Jahren als Ministerpräsident tritt Winfried Kretschmann zurück. Der langjährige Grüne-Politiker hat offen über seine Erleichterung gesprochen, die Amtslast abzugeben – eine Bürde, die er als schwer empfindet. Sein Nachfolger wird voraussichtlich der ehemalige Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir sein.
Kretschmann, der das Land seit 2011 regiert, hatte bereits angekündigt, bei der anstehenden Wahl am 8. März 2026 nicht mehr anzutreten. Die Anforderungen des Amtes bezeichnete er als zermürbend; selbst sein Schlaf habe unter der Belastung gelitten. Mit seinem Abschied endet eine Ära für die Grünen in der Region.
Die politische Landschaft Baden-Württembergs hat sich in den letzten Jahren gewandelt. Nach der Landtagswahl 2021 bildeten Grünen und CDU eine Koalitionsregierung. Für die nächste Wahl wird nun ein Zweitstimmensystem mit Landeslisten eingeführt. Aktuelle Umfragedaten vom Januar zeigen die CDU mit 29 Prozent in Führung, gefolgt von den Grünen mit 23 Prozent. Die rechtspopulistische AfD liegt bei 20 Prozent, die SPD bei 8 Prozent, die Linke bei 7 Prozent und die FDP bei 5 Prozent.
Mit Kretschmanns Rückzug übernimmt Özdemir – ein profilierter Grüner-Politiker und ehemaliger Bundesminister – die Nachfolge. Der Wechsel fällt in eine Phase, in der sich das Land auf eine Wahl vorbereitet, die seine politische Ausrichtung für die kommenden Jahre prägen wird.
Kretschmanns Abschied hinterlässt eine spürbare Lücke in der Landesführung und beendet eine lange Phase der Stabilität unter seiner Ägide. Özdemirs Amtsantritt bringt neue Impulse, doch die Grünen stehen vor einem harten Wahlkampf gegen CDU und AfD im Jahr 2026.