09 January 2026, 04:41

Luxusuhrenbranche im Umbruch: Warum die Preise fallen und Zölle sinken

Eine Schachtel mit mehreren Uhren.

Luxusuhren leichter verfügbar - Wartezeiten sinken - Luxusuhrenbranche im Umbruch: Warum die Preise fallen und Zölle sinken

Der Luxusuhrenmarkt durchläuft derzeit tiefgreifende Veränderungen, da sich Nachfrage und Handelspolitik wandeln. Nach Jahren langer Wartelisten und explodierender Wiederverkaufspreise sieht sich die Branche nun mit nachlassendem Interesse und regulatorischen Anpassungen konfrontiert. Eine zentrale Entwicklung ist die bevorstehende Senkung der US-Importzölle auf Schweizer Uhren, die bis 2025 an die europäischen Sätze angeglichen werden sollen.

Der Verkauf hochpreisiger Zeitmesser verlagert sich zunehmend von Online-Plattformen zurück in den stationären Handel. Dieser Wandel folgt einer breiten Nachfrageschwäche, insbesondere in China, wo Antikorruptionsmaßnahmen die Lust auf europäische Luxusmarken gedämpft haben. Gleichzeitig ist der einst blühende Sekundärmarkt für Uhren eingebrochen – die Preise fallen, und die Wartezeiten auf Neuheiten haben sich deutlich verkürzt.

Ab 2025 werden die US-Zölle auf Schweizer Uhrenimporte von ihrem aktuellen Niveau auf 15 Prozent sinken und damit den EU-Sätzen entsprechen. Die Maßnahme soll die Kosten für deutsche Hersteller senken, die auf Schweizer Uhrwerke angewiesen sind. Den Anstoß für diese Anpassung gaben vor allem große Schweizer Uhrenkonzerne, deren Absatzvolumen und Lobbyeinfluss in den USA beträchtliches Gewicht haben. Zu den einflussreichsten Marken hinter dem Politikwechsel zählt Rolex, der Branchenprimus mit über 30 Prozent des globalen Einzelhandelsumsatzes und Jahreserlösen von mehr als 10 Milliarden Schweizer Franken. Weitere wichtige Akteure sind Marken der Swatch Group wie Omega, Longines und Tissot sowie die Top-Marken des Richemont-Konzerns, darunter Cartier, IWC und Vacheron Constantin. Auch die Uhrensparte von LVMH mit Marken wie TAG Heuer, Hublot und Zenith unterstützte die Initiative.

Die Zollsenkung wird die US-Importkosten denen in Europa angleichen und sowohl Schweizer Exporteuren als auch deutschen Produzenten Entlastung verschaffen. Angesichts nachlassender Nachfrage und schwächelnder Sekundärmärkte passt sich die Branche nun an ein stabileres, aber weniger spekulatives Umfeld an. Die Veränderungen spiegeln breitere wirtschaftliche Herausforderungen und sich wandelnde Konsumgewohnheiten in den wichtigsten Absatzmärkten wider.