Markgräflerland bekommt neues Nahverkehrsnetz mit dichteren Takten ab 2026
Nadeschda HolzapfelMarkgräflerland bekommt neues Nahverkehrsnetz mit dichteren Takten ab 2026
Landkreis Lörrach plant umfassende Reform des Nahverkehrsnetzes im Markgräflerland
Der Landkreis Lörrach steht vor einer grundlegenden Neugestaltung seines öffentlichen Nahverkehrs in der Region Markgräflerland. Die Änderungen umfassen dichtere Takte, neue Linien und bessere Anbindungen an Basel. Ziel der Verantwortlichen ist es, das System zu vereinfachen und Umstiege für Fahrgäste zu erleichtern.
Das neue Busnetz soll am 13. Dezember 2026 in Betrieb gehen und wird für zunächst fünf Jahre betrieben. Zu den wichtigsten Verbesserungen gehört ein stündlicher Takt auf der Linie 255 von Montag bis Freitag, die Efringen-Kirchen, Eimeldingen, Rümmingen und Lörrach verbindet. Die Linien 200 und 265 werden zudem bis zum Claraplatz in Basel verlängert, während die Linie 200 eine geänderte Route durch das Weiler Stadtzentrum nimmt.
Der Kreistag billigte die Pläne am 18. März 2023; den Zuschlag für den Betrieb erhält voraussichtlich ein Konsortium aus der Regio Verkehrsgesellschaft Oberrhein und der SWEG Bus. Bis Dezember 2026 müssen alle Fahrzeuge des Landkreises mit automatischen Fahrgastzählsystemen ausgestattet sein. Die geschätzten Kosten pro Plan-Kilometer liegen bei 4,45 Euro, wobei der Landkreis für 2027 mit Zuschüssen in Höhe von rund 4,261 Millionen Euro rechnet.
Die Nutzung des öffentlichen Verkehrs in der Region ging zwischen 2021 und 2025 um 15 bis 20 Prozent zurück – vor allem aufgrund der Pandemie. Nach einem Einbruch um 40 Prozent in den Jahren 2020–2021 erholte sich die Fahrgastzahl bis 2025 auf etwa 85 Prozent des Vor-Pandemie-Niveaus, wie Daten des Regio-Verkehrsverbunds Freiburg zeigen. Das neue System soll diesen Trend umkehren, indem der Schülerverkehr besser in den Regelbetrieb integriert wird.
Das überarbeitete Netz bietet schnellere und zuverlässigere Verbindungen im gesamten Landkreis. Die automatischen Fahrgastzählsysteme sollen helfen, die Nachfrage zu analysieren und künftige Angebote zu optimieren. Die Reform ist Teil der Bemühungen, die Attraktivität des öffentlichen Verkehrs nach Jahren des Rückgangs wieder zu steigern.