Markus Söder vor dem Stockacher Narrengericht: Satire trifft auf Politik
Cordula RingStockacher Narren: Verrückte Nachfrage nach Tickets für Söders Prozess - Markus Söder vor dem Stockacher Narrengericht: Satire trifft auf Politik
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder wird bald vor einem ganz ungewöhnlichen Gericht stehen: Der CSU-Chef muss sich vor dem Stockacher Narrengericht verantworten, einem seit Jahrhunderten bestehenden satirischen Tribunal. Die Tickets für die Veranstaltung waren innerhalb kürzester Zeit ausverkauft – der Andrang erinnerte an ein Konzert von Taylor Swift.
Das Stockacher Narrengericht blickt auf eine 675-jährige Geschichte zurück und ist Teil der schwäbisch-alemannischen Fasnachtsbräuche. Jährlich am Schmotzigen Dunschtig – dem Donnerstag vor dem Rosenmontag – werden dort Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in einer scheinbaren Gerichtsverhandlung auf die Schippe genommen. 2023 leitete Hans-Peter Kuhn den feierlichen Eid der Narrenrichter ein.
Söder ist nicht der erste prominente "Angeklagte": Bereits Angela Merkel (CDU) musste sich vor dem Gericht verantworten, ebenso wie der bayerische Ministerpräsident Franz Josef Strauß im Jahr 1979. Damit ist Söder erst der zweite amtierende bayerische Regierungschef, der sich dieser humorvollen Prozedur stellt.
Die Verhandlung wird live im SWR übertragen und bietet den Zuschauern die Gelegenheit, das scherzhafte Spektakel mitzuverfolgen. Die Veranstalter erwarten eine lebhafte Sitzung, in der Söders politische Karriere mit Augenzwinkern unter die Lupe genommen wird.
Die Veranstaltung findet traditionell am Schmotzigen Dunschtig statt und verbindet so Satire mit der regionalen Fasnachtskultur. Söders Auftritt führt die lange Tradition fort, prominente Politiker auf die humorvolle Anklagebank zu setzen. Der ausverkaufte Saal und die TV-Übertragung unterstreichen die ungebrochene Beliebtheit des Narrengerichts.