Mehr Frauen im Landtag: Baden-Württembergs zäher Weg zur Parität
Nadeschda HolzapfelSo viele Frauen sitzen im neuen Landtag im Südwesten - Mehr Frauen im Landtag: Baden-Württembergs zäher Weg zur Parität
Landtagswahl in Baden-Württemberg: Leichter Anstieg der Frauenvertreterinnen im Parlament
Die jüngste Landtagswahl in Baden-Württemberg hat moderate Fortschritte bei der Repräsentation von Frauen im Parlament gebracht. Eine reformierte Wahlgesetzgebung verlagert die Kandidatenauswahl von den lokalen Gliederungen auf die Landesparteien – mit dem Ziel, Frauen häufiger auf aussichtsreiche Listenplätze zu setzen. Die Neuregelung folgte auf Jahre, in denen männlich dominierte Listen die Regel waren und etablierte Amtsinhaber oft die Spitzenpositionen besetzten.
Bis 2021 oblag die Aufstellung der Kandidaten weitgehend den örtlichen Parteigruppen. Dieses System begünstigte meist langjährige männliche Politiker und ließ Frauen seltener in führende Positionen gelangen. Für die Wahl 2026 übernahm die Landespartei mehr Verantwortung im Auswahlverfahren – ein entscheidender Wandel.
Im Mittelpunkt der Reform standen die landesweiten Parteilisten, bei denen die ersten zehn Plätze nun stärker mit Frauen besetzt werden mussten. Bei Grünen, CDU und SPD wurden diese Positionen paritätisch zwischen Männern und Frauen aufgeteilt. Andere Parteien setzten die Vorgabe unterschiedlich um.
Die Grünen erreichten mit 30,2 Prozent der Stimmen das beste Ergebnis, knapp vor der CDU mit 29,7 Prozent. Zu den Spitzenkandidaten zählten Cem Özdemir (Grüne), Manuel Hagel (CDU) und Markus Frohnmaier (AfD). Zwar bleibt die genaue Zusammensetzung der Top-Kandidaten von 2021 unklar, doch die Ergebnisse von 2026 spiegeln die Absicht der Reform wider.
Frauen stellen nun 33,8 Prozent der Abgeordneten im neuen Landtag – ein leichter Anstieg gegenüber 32,9 Prozent in der vorherigen Legislaturperiode. Die Steigerung ist gering, markiert aber eine Trendwende nach Jahren zähem Fortschritts.
Die Wahlrechtsreform hat zu einem bescheidenen Anstieg der Frauenrepräsentation geführt: Mittlerweile besetzen sie mehr als ein Drittel der Parlamentssitze. Die stärkere Kontrolle der Landesparteien über die Listenaufstellung scheint gewirkt zu haben, doch die langfristige Wirkung hängt von künftigen Wahlen ab. Grünen, CDU und SPD erreichten jeweils eine ausgeglichene Geschlechterverteilung unter ihren ersten zehn Listenplätzen.