Mercedes setzt auf Rückkaufprogramm und Elektro-Offensive trotz Umsatzrückgangs
Cordula RingMercedes setzt auf Rückkaufprogramm und Elektro-Offensive trotz Umsatzrückgangs
Mercedes-Benz hat ein großes Aktienrückkaufprogramm im Umfang von 2 Milliarden Euro angekündigt und gleichzeitig starke Finanzzahlen für das Jahr 2025 vorgelegt. Das Unternehmen gab zudem bedeutende Führungswechsel und eine Offensive bei neuen Fahrzeugmodellen bekannt. Trotz eines Umsatzrückgangs im dritten Quartal übertrafen die Verkäufe von Elektrofahrzeugen und das Wachstum im Premiumsegment die Erwartungen.
Die finanzielle Lage des Automobilherstellers bleibt solide: Die industrielle Nettoliquidität liegt bei 32 Milliarden Euro, der freie Cashflow erreichte in den ersten neun Monaten 2025 einen Wert von 5,6 Milliarden Euro. Allein im dritten Quartal betrug der Cashflow 1,4 Milliarden Euro – eine wichtige Grundlage für das neue Rückkaufprogramm. Dieses soll bis November 2026 laufen und bis zu 96 Millionen eigene Aktien zurückkaufen und einziehen.
Der Umsatz im dritten Quartal sank um 7,3 % auf 32 Milliarden Euro, während das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) bei 2,1 Milliarden Euro lag. Der Rückgang war unter anderem auf den harten Wettbewerb in China zurückzuführen, doch im Premiumsegment verzeichnete das Unternehmen einen Anstieg von 10 % bei seinen Spitzenmodellen. Die bereinigte Umsatzrendite im Pkw-Bereich erreichte 4,8 % und übertraf damit die Analystenerwartungen von 3,9 %.
Die Verkäufe von Elektrofahrzeugen stiegen im Vergleich zum Vorquartal um 22 %, angetrieben durch die positive Resonanz auf den neuen CLA – das erste softwaredefinierte Auto der Marke. Bis Ende 2027 plant Mercedes-Benz die Markteinführung von über 40 neuen Modellen, parallel zur laufenden Fusion mit der Mercedes-Benz Mobility AG.
Auch in der Führungsetage gibt es weitreichende Veränderungen: Olaf Schick übernimmt nun den Bereich „Integrität, Governance & Nachhaltigkeit“, während Jörg Burzer zum neuen Technologievorstand (CTO) ernannt wurde. Gleichzeitig haben Renata Jungo Brüngger und Markus Schäfer das Unternehmen verlassen.
Das Aktienrückkaufprogramm und die Neuaufstellung der Führung deuten auf einen strategischen Wandel bei Mercedes-Benz hin. Mit starken Liquiditätsreserven und dem Fokus auf Elektro- und Premiumfahrzeuge positioniert sich das Unternehmen für künftiges Wachstum. Mehr als 40 neue Modelle und eine konsequente finanzielle Disziplin werden die Ausrichtung in den kommenden Jahren prägen.