Mercedes steht vor Milliardensammelklage wegen mutmaßlichem Diesel-Betrug
Cordula RingFormer Daimler CEO Testifies in Court - Hearing Begins - Mercedes steht vor Milliardensammelklage wegen mutmaßlichem Diesel-Betrug
In Stuttgart bahnt sich ein großer Rechtsstreit an: Mercedes-Benz sieht sich mit einer Sammelklage wegen angeblichen Diesel-Abgasbetrugs konfrontiert. Anleger werfen dem Konzern vor, entscheidende Informationen verschwiegen zu haben, was zu erheblichen finanziellen Verlusten geführt habe. Im Mittelpunkt des Verfahrens stehen Vorwürfe, wonach Führungskräfte zwischen 2012 und 2018 gezielt EU-Abgasvorschriften umgangen haben sollen.
Der Skandal reicht bis ins Jahr 2015 zurück, als der Abgasbetrug bei Volkswagen erstmals Schlagzeilen machte. Nun steht Mercedes-Benz unter dem Verdacht ähnlicher Verfehlungen – rund 200 institutionelle Anleger und unzählige Privataktionäre fordern vor dem Oberlandesgericht Stuttgart Schadensersatz in Höhe von 1,25 Milliarden Euro.
Das Unternehmen weist jede Schuld auf Vorstandsebene vehement zurück. Man bestehe darauf, dass keine illegalen Abschalteinrichtungen verwendet wurden und auch keine bewussten Versuche unternommen worden seien, Abgasnormen zu umgehen. Dennoch sagt der ehemalige Daimler-Chef Dieter Zetsche als Zeuge aus und muss sich Fragen stellen lassen, ob unter seiner Führung gezielt Emissionsdaten manipuliert wurden.
Kern der Klage ist der Vorwurf, Mercedes-Benz habe Investoren wesentliche Details vorenthalten. Die Kläger argumentieren, sie hätten bei vollständiger Kenntnis der Abgasprobleme finanzielle Verluste vermeiden können, die mit sinkenden Aktienkursen zwischen Juli 2012 und Juni 2018 verbunden waren.
Zetsches Aussage ist von zentraler Bedeutung. Die Staatsanwaltschaft prüft, ob der Vorstand in den sechs Jahren eine Rolle bei der Umgehung von Vorschriften spielte. Das Urteil könnte richtungsweisend für die Unternehmensverantwortung in Abgas-Skandalen werden.
Das Stuttgarter Gericht muss nun klären, ob Mercedes-Benz Anleger getäuscht und gegen Abgasgesetze verstoßen hat. Ein Erfolg der Kläger könnte eine Zahlung von 1,25 Milliarden Euro nach sich ziehen. Der Fall wirft zudem grundsätzliche Fragen zur Transparenz in der Automobilbranche auf – besonders nach dem Volkswagen-Skandal von 2015.