Merz' Rückkehraussage für Syrer trifft auf scharfe Kritik der Wirtschaftsforscher
Antonio SchleichMerz' Rückkehraussage für Syrer trifft auf scharfe Kritik der Wirtschaftsforscher
Bundeskanzler Friedrich Merzs Prognose, dass 80 Prozent der in Deutschland lebenden Syrer innerhalb von drei Jahren in ihre Heimat zurückkehren werden, stößt auf massive Skepsis. Wirtschaftsforschungsinstitute zweifeln an der Umsetzbarkeit eines solchen groß angelegten Abwanderns. Expertinnen und Experten warnen, dass eine solche Entwicklung der deutschen Arbeitskraft und Wirtschaftstabilität schaden könnte.
Timo Wollmershäuser vom ifo Institut argumentiert, dass die jüngere Zuwanderung dazu beigetragen habe, den demografischen Rückgang Deutschlands zu verlangsamen. Ein massenhafter Wegzug von Syrern, so Wollmershäuser, würde die Produktionskapazität des Landes schwächen. Viele der Betroffenen hätten bereits Arbeitsplätze gefunden – ihr Fortgang wäre daher wirtschaftlich schädlich.
Geraldine Dany-Knedlik vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) teilt diese Bedenken. Selbst wenn nur ein Teil von Merzs Ziel erreicht würde, verschärfe dies den demografischen Druck, erklärte sie. Das ohnehin stagnierende Wachstumspotenzial Deutschlands gerate dadurch zusätzlich unter Spannung.
Die Warnungen der Institute unterstreichen die Risiken eines plötzlichen Bevölkerungsrückgangs. Da viele Syrer mittlerweile in Deutschland arbeiten, könnte ihr Weggang Lücken auf dem Arbeitsmarkt hinterlassen. Die wirtschaftlichen Folgen würden voraussichtlich über kurzfristige Fachkräftemängel hinausgehen.






