17 April 2026, 14:25

Merz' Rückkehrovorschlag für Syrer löst politische Empörung aus

Plakat mit Text über Flüchtlinge, die Gebührenbefreiungen für Coursera-Kurse erhalten und an geführten Diskussionen teilnehmen, mit mehreren Menschen im Hintergrund, die Taschen tragen.

Merz' Rückkehrovorschlag für Syrer löst politische Empörung aus

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sieht sich scharfer Kritik ausgesetzt, nachdem er vorgeschlagen hatte, dass bis zu 80 Prozent der in Deutschland lebenden Syrer potenziell in ihre Heimat zurückkehren könnten. Der Vorstoß hat eine Debatte unter Politikern ausgelöst, bei der sowohl die Umsetzbarkeit als auch die weiteren Folgen für Deutschland und Syrien infrage gestellt werden.

Die Idee stieß bei Oppositionsabgeordneten umgehend auf Ablehnung. Der außenpolitische Sprecher der SPD, Ralf Stegner, bezeichnete die angestrebte Rückkehrequote von 80 Prozent als "völlig unrealistisch" und verwies auf die prekäre Sicherheitslage in Syrien. Die Verhältnisse dort seien "labil", was Zweifel an der Sicherheit groß angelegter Rückführungen aufkommen lasse.

Auch der CDU-Außenexperte Roderich Kiesewetter nannte die Zahl "problematisch". Er warnte, dass solche hohen Erwartungen von rechtspopulistischen Parteien ausgenutzt werden könnten, und fügte hinzu, der Plan sei wirtschaftlich nicht tragfähig. Viele Syrer arbeiteten mittlerweile in Branchen, in denen Deutschland unter massivem Fachkräftemangel leide.

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Der SPD-Abgeordnete Hakan Demir unterstrich diese Bedenken. Er betonte, wie wichtig es sei, gut integrierte Syrer zu halten, die in Schlüsselbranchen tätig seien. Ihre Fähigkeiten seien für den deutschen Arbeitsmarkt unverzichtbar und dürften nicht leichtfertig aufgegeben werden.

Die Gegenreaktionen zeigen, wie tief die Gräben in der Migrationspolitik sind und welche praktischen Herausforderungen eine Rückführung mit sich bringt. Angesichts der anhaltenden Instabilität in Syrien und des Fachkräftebedarfs in Deutschland steht Merz' Vorschlag nun vor erheblichen politischen und logistischen Hindernissen. Kritiker bestehen darauf, dass ein Rückkehrplan humanitäre Belange mit wirtschaftlichen Realitäten in Einklang bringen müsse.

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