28 March 2026, 18:24

NDR trennt sich von Moderatorin Julia Ruhs nach konservativen Äußerungen

Bundeskanzlerin Angela Merkel beim Sprechen mit Reportern vor einem Gebäude, umgeben von Menschen mit Mikrofonen und einer Absperrung unter einem bewölkten Himmel.

NDR trennt sich von Moderatorin Julia Ruhs nach konservativen Äußerungen

Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) hat die Moderatorin Julia Ruhs von seiner Reportagereihe "Klar" abberufen. Die Entscheidung folgt auf ihre öffentlich geäußerten konservativen Positionen, die eine Debatte über die politische Ausgewogenheit im öffentlich-rechtlichen Rundfunk auslösten. Ruhs, die sich selbst als mitte-rechts einordnet, wird sich künftig auf ihre Tätigkeit beim Bayerischen Rundfunk (BR) konzentrieren.

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Die Personalie stößt auf geteilte Reaktionen: Während einige den Schritt des NDR befürworten, werfen ihm andere vor, damit die Meinungsfreiheit einzuschränken.

Ruhs war erst vor drei Jahren – nach einem rasanten Aufstieg vom BR-Volontariat zur Moderatorin – als einzige Präsentatorin zu "Klar" gewechselt. Ihre politische Haltung wurde durch Kolumnen in der "Bild", ein Buch und öffentliche Auftritte bekannt. Wiederholt kritisierte sie eine von ihr so bezeichnete "links-grüne Meinungsvorherrschaft" in den Medien, verteidigte das Recht der AfD auf parlamentarische Vertretung und hinterfragte, was sie als selektive Berichterstattung über migrationsbezogene Gewalt bezeichnete.

Obwohl die NDR-Redaktion alle drei von ihr moderierten Folgen abgesegnet hatte, trennt sich der Sender nun von ihr. Die Entscheidung löste scharfe Kritik aus – insbesondere von Oliver Welke, Moderator der ZDF-"heute show", der den NDR aufforderte, Ruhs zu halten. "Wir müssen alle mehr aushalten können", sagte er. Ruhs selbst reagierte gelassen auf Welkes Satire und nannte sie auf X"etwas gemein, aber sehr lustig".

Die Komikerin Idil Baydar (bekannt als Jilet Ayse) und die ZDF-Journalistin Luise Bosetti hingegen unterstützten den NDR-Entschluss. Bosetti bezeichnete Ruhs' Herangehensweise als "Populismus und schlechten Journalismus". Unterdessen gab der NDR bekannt, dass Tanit Koch Ruhs' Platz in künftigen "Klar"-Folgen übernehmen wird.

Ruhs bleibt dem Format treu – allerdings beim BR, wo ihre Karriere begann. Der Fall spiegelt die anhaltenden Spannungen um politische Vielfalt in Deutschlands öffentlich-rechtlichem Rundfunk wider.

Mit der Entscheidung scheidet Ruhs zwar aus dem NDR-Programm aus, bleibt aber über den BR auf Sendung. Die Kontroverse steht exemplarisch für die größere Debatte über Medienneutralität und die Grenzen politischer Äußerungen. Während Tanit Koch die "Klar"-Moderation beim NDR übernimmt, bleibt Ruhs als Präsentatorin in Bayern präsent.

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