Neues Gewaltschutzgesetz: Mannheim diskutiert Schutzlücken und Beratungsangebote
Antonio SchleichNeues Gewaltschutzgesetz: Mannheim diskutiert Schutzlücken und Beratungsangebote
Fachkonferenz zum neuen Gewaltschutzgesetz in Mannheim
Am 16. Januar fand in Mannheim eine Fachkonferenz zum neuen Gewaltschutzgesetz Deutschlands statt. Die Veranstaltung brachte Expertinnen und Experten aus verschiedenen Bereichen zusammen, um über die praktische Umsetzung des Gesetzes zu diskutieren. Im Mittelpunkt standen dabei die Bedürfnisse besonders schutzbedürftiger Gruppen, darunter Frauen mit Behinderungen, Geflüchtete sowie wohnungslose Menschen.
Das Gewaltschutzgesetz, das seit Februar 2025 in Kraft ist, verankert erstmals einen einklagbaren Anspruch auf Schutz und Beratung für Frauen und Kinder, die von häuslicher oder geschlechtsspezifischer Gewalt betroffen sind. Bis 2032 soll dieser Anspruch vollständig durchsetzbar sein. Zudem schreibt das Gesetz den Aufbau nachhaltiger Unterstützungsstrukturen vor – etwa durch Schutzräume und Beratungsstellen – und stärkt präventive Maßnahmen. Ein zentraler Baustein für den Opferschutz ist dabei auch die Arbeit mit Tätern.
Dr. Marie-Luise Löffler stellte auf der Konferenz Ziele, Regelungen und Herausforderungen des Gesetzes vor. Sie betonte die Bedeutung verlässlicher, bundesweiter Hilfenetzwerke für Betroffene. Angela Müller-Schreckenberger berichtete anschließend über den Stand der Umsetzung auf Landesebene und erläuterte geplante Maßnahmen.
Zahra Deilami, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Mannheim, unterstrich die verbindliche Wirkung des Gesetzes und bezeichnete es als "grundlegenden Wandel im Umgang mit häuslicher und geschlechtsspezifischer Gewalt". Die Konferenz habe wichtige Impulse für die lokale Umsetzung gegeben, so Deilami. Bis Ende 2023 waren bundesweit bereits 115 Frauenhäuser neu eingerichtet oder ausgebaut worden, zudem hatten 300 Beratungsstellen ihre Angebote an die Anforderungen des Gesetzes angepasst.
Die Veranstaltung machte deutlich, wie entscheidend abgestimmtes Handeln für die Durchsetzung des Gewaltschutzgesetzes ist. Mannheim konzentriert sich nun darauf, dass die Hilfsangebote alle schutzbedürftigen Gruppen erreichen. Ob die vollständige Umsetzung bis 2032 gelingt, hängt von der weiteren Zusammenarbeit zwischen Kommunen, Unterstützungseinrichtungen und der Politik ab.