Neues Rentensystem: Höhere Beiträge sollen Milliardenfonds für Deutschland speisen
Nadeschda HolzapfelNeues Rentensystem: Höhere Beiträge sollen Milliardenfonds für Deutschland speisen
Deutschland plant ein neues, umlagefinanziertes Rentensystem mit höheren Beiträgen. Der Vorschlag sieht vor, die monatlichen Abgaben um zwei Prozentpunkte zu erhöhen, um einen beträchtlichen Fonds aufzubauen. Politiker diskutieren bereits, wie diese Milliarden eingesetzt werden könnten.
Laut dem Plan sollen Arbeitnehmer künftig mehr pro Monat zahlen, um den neuen Rentenfonds zu stützen. Friedrich Merz schätzt, dass dadurch jährlich mindestens 30 Milliarden Euro in das System fließen würden. Er schlug vor, das Geld in deutsche Kapitalmärkte und heimische Unternehmensprojekte zu investieren.
Bundeskanzler Merz deutete zudem an, dass die Mittel für Wachstumsfinanzierungen innerhalb Deutschlands genutzt werden könnten. Mögliche Einsatzgebiete wären Infrastrukturprojekte, Start-ups oder sogar indirekte Staatsfinanzierungen – etwa durch den Erwerb von Unternehmensanteilen in Branchen wie der Rüstungsindustrie oder der Deutschen Bahn.
Nicht alle Politiker teilen diesen Ansatz. FDP-Chef Wolfgang Kubicki nannte die Idee, Rentenbeiträge für Industriepolitik zu verwenden, „reinen Wahnsinn“. Er argumentierte, das Kapital müsse stattdessen verantwortungsvoll in globale Märkte investiert werden. Kubicki betonte zudem, dass der Rentenfonds frei von politischem Einfluss bleiben müsse.
Das neue System könnte Hunderte Milliarden in politisch bevorzugte Projekte lenken. Auch SPD-Minister könnten auf die Mittel indirekt für eigene Vorhaben zugreifen. Die Debatte zeigt, wie unterschiedlich die Vorstellungen über die Verwaltung und Verteilung der wachsenden Rentenreserven sind.
