Nouripour attackiert Deutschlands zögerliche Iran-Politik in der Hormus-Krise
Antonio SchleichNouripour attackiert Deutschlands zögerliche Iran-Politik in der Hormus-Krise
Omid Nouripour, führender Politiker der Grünen, kritisiert scharf Deutschlands aktuelle Iran-Politik
Der Spitzenpolitiker der Grünen, Omid Nouripour, hat die bisherige Haltung Deutschlands gegenüber dem Iran scharf verurteilt. Die Bundesregierung agiere zu passiv und vernachlässige zentrale Probleme, so seine Kritik. Die Äußerungen fallen in eine Phase eskalierender Spannungen in der Straße von Hormus, wo der Iran in den vergangenen Wochen seine Angriffe deutlich ausgeweitet hat.
Nouripour verwies insbesondere auf die wiederholten Attacken iranischer Kräfte auf zivile Frachtschiffe in der strategisch wichtigen Meerenge. Die Lage sei „nicht länger hinnehmbar“, warnte er und betonte, dass die Region alles andere als stabil sei. Zwar gebe es formal keinen Waffenstillstand, doch fragt sich Nouripour, welchen praktischen Nutzen eine solche Einordnung überhaupt hätte.
Gleichzeitig warf der Politiker Außenminister Johann Wadephul (CDU) vor, es an entscheidungsfreudigem Handeln fehlen zu lassen. Der Iran gehe mittlerweile davon aus, in den Verhandlungen die stärkere Position innezuhaben – zum Nachteil Deutschlands. Nouripour unterstrich, dass Berlin als eine der führenden europäischen Mächte, die direkt von der Krise betroffen sei, selbst Initiative ergreifen müsse, statt lediglich auf Ereignisse zu reagieren.
Der Grünen-Politiker forderte die Bundesregierung auf, mit eigenen Vorschlägen an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Ein Abwarten auf Handlungsimpulse von außen schwäche nur Deutschlands Einfluss bei der Konfliktlösung, so seine Argumentation.
Nouripours Kritik spiegelt eine wachsende Unzufriedenheit mit der deutschen Iran-Strategie wider. Seine Forderung nach einer aktiveren Rolle unterstreicht die Sorgen über die zunehmende Aggression Teherans in einer der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt. Bisher hat die Regierung auf seine Appelle zu einer entschlosseneren diplomatischen Gangart nicht reagiert.






