23 May 2026, 18:16

Organisierter Antifeminismus: Wie Gleichstellungsarbeit in Deutschland unter Beschuss gerät

"Ich bin ein einsamer Krieger"

Organisierter Antifeminismus: Wie Gleichstellungsarbeit in Deutschland unter Beschuss gerät

Antifeminismus breitet sich als organisierte politische Bewegung aus – gezielt gegen Frauen- und queere Rechte in ganz Deutschland

Aktuelle Berichte zeigen einen drastischen Anstieg von Angriffen auf die Gleichstellungsarbeit: Mittlerweile kommt es im Schnitt zu zehn Vorfällen pro Woche. Gleichstellungsbeauftragte trafen sich diese Woche in Lübeck, um unter dem Motto „Kurs halten in antifeministischen Gewässern“ Strategien des Widerstands auszutauschen.

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Beim BAG-Kongress 2024 in Lübeck kamen 70 Gleichstellungsbeauftragte zusammen, um über die wachsenden Bedrohungen zu beraten. Viele berichteten von Vandalismus, Budgetkürzungen und offener Feindseligkeit in ihrer Arbeit. Eine Beauftragte aus Baden-Württemberg schilderte, wie rechtsextreme Aktivist:innen nach einem öffentlichen Statement vor ihrer Haustür aufgetaucht seien.

Die Daten der Meldestelle Antifeminismus bestätigen den Trend: Allein in diesem Jahr wurden 558 Vorfälle dokumentiert. Rund 63 Prozent der Gleichstellungsbeauftragten gaben an, dass ihre Arbeit angegriffen wurde, 40 Prozent erlebten in den letzten zwei Jahren sogar mehrere Vorfälle. Gleichzeitig richtete sich Vandalismus gegen Symbole der Gleichstellung – etwa gegen die orangefarbenen Bänke der UN-Kampagne Orange the World. Schäden wurden unter anderem aus Osnabrück, Wiesbaden und Annweiler gemeldet.

Judith Rahner, Vorsitzende des Deutschen Frauenrats, warnte, dass Antifeminismus längst kein Phänomen der extremen Rechten mehr sei. Seine Ideen fänden zunehmend Verbreitung und stellten eine direkte Bedrohung für Gleichstellungsbemühungen im ganzen Land dar.

Der Kongress in Lübeck markiert eine abgestimmte Gegenwehr gegen die wachsende antifeministische Aggression. Gleichstellungsbeauftragte bauen nun stärkere Netzwerke auf, um Angriffe abzuwehren und ihre Arbeit zu schützen. Angesichts der eskalierenden Vorfälle bleibt der Fokus auf Solidarität und konkreten Widerstandsstrategien.

Quelle