Preisdeckel für Medikamente bleibt bis 2026 – was das für Patienten und Pharmafirmen bedeutet
Antonio SchleichPreisdeckel für Medikamente bleibt bis 2026 – was das für Patienten und Pharmafirmen bedeutet
Das deutsche Bundesgesundheitsministerium (BMG) hat die Preisdeckelung und die verpflichtenden Rabatte für verschreibungspflichtige Arzneimittel bis 2026 verlängert. Mit dieser Entscheidung soll die finanzielle Belastung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) gemildert und gleichzeitig den Interessen der Pharmaindustrie Rechnung getragen werden. Unter bestimmten Bedingungen bleiben jedoch Ausnahmen und Anpassungen möglich.
Die Preisdeckelung und die Herstellerrabatte bestehen bereits seit Jahren und haben der GKV allein im Jahr 2024 Einsparungen in Höhe von 2,19 Milliarden Euro beschert. Ohne diese Maßnahme würden die Zusatzbeitragssätze für Versicherte voraussichtlich bis 2026 auf 2,9 % steigen. Das BMG betont, dass die anhaltende Entlastung notwendig bleibt, um diese Sätze zu stabilisieren.
Pharmaunternehmen können weiterhin Befreiungen beantragen, falls die Rabatte eine unzumutbare Härte darstellen. Ein Inflationsausgleichsmechanismus, der im Juli 2018 eingeführt wurde, bietet den Herstellern zudem eine gewisse Entlastung. Darüber hinaus wurde die Preisdeckelung für Immunglobuline gelockert, um Versorgungsengpässe zu vermeiden.
Bestimmte Arzneimittel, wie Kindermedikamente und versorgungsrelevante Therapien, dürfen gemäß dem Arzneimittel-Lieferengpassbekämpfungs- und -versorgungsverbesserungsgesetz (ALVVG) eine Erhöhung des Basispreises um 50 % vornehmen. Gleichzeitig laufen die Preisverhandlungen für neue Medikamente, die unter §130a Absatz 3a des Sozialgesetzbuchs V (SGB V) fallen, weiterhin mit dem GKV-Spitzenverband.
Die Verlängerung der Preisdeckelung und Rabatte sichert die fortlaufende finanzielle Unterstützung des GKV-Systems. Zwar bieten Ausnahmen und Anpassungen Flexibilität, doch die Maßnahme soll vor allem dazu beitragen, die Beitragssätze für die Versicherten stabil zu halten. Das BMG wird die Entwicklung weiterhin beobachten, um Versorgungsrisiken und Branchenbedenken zu adressieren.






