27 January 2026, 02:47

Prepaid-Karten behindern Geflüchtete: Warum 441 Euro im Monat nicht reichen

Eine Gruppe maskierter Personen hält ein Transparent mit der Aufschrift "Kämpfen für eine Zukunft für alle Flüchtlinge Willkommen" vor einem Gebäude mit Laternenmasten, Bäumen und einem bewölkten Himmel im Hintergrund.

Prepaid-Karten behindern Geflüchtete: Warum 441 Euro im Monat nicht reichen

Geflüchtete in Deutschland leiden weiter unter finanziellen Einschränkungen durch ein Prepaid-Kartensystem, das ihre Ausgaben stark begrenzt. Mit einem monatlichen Satz von nur 441 Euro für alleinstehende Erwachsene kämpfen viele darum, ihre Grundbedürfnisse und alltäglichen Kosten zu decken. Das System hat landesweit Kritik ausgelöst und zu grassroots-Initiativen geführt, die Geflüchteten den Zugang zu Bargeld ermöglichen sollen.

Die Prepaid-Karte schränkt ein, wo Asylsuchende ihr Geld ausgeben dürfen, und mindert damit ihre Selbstständigkeit. Viele kleine Läden akzeptieren keine Kartenzahlungen, sodass Geflüchtete oft nicht einmal lebensnotwendige Dinge erwerben können. Besonders Jugendliche brauchen Bargeld für Freizeitaktivitäten, und auch Anwalts- oder Gerichtskosten lassen sich mit der Karte nicht immer begleichen.

Als Reaktion haben zivilgesellschaftliche Gruppen in mindestens 100 Städten Gutschein-Tauschprogramme eingerichtet. Diese Initiativen ermöglichen es Geflüchteten, die Guthaben auf ihren Prepaid-Karten in Bargeld umzuwandeln und so die Beschränkungen des Systems zu umgehen. Die große Nachfrage nach solchen Angeboten unterstreicht den dringenden Bedarf an mehr finanzieller Flexibilität. Kritiker werfen dem Kartensystem vor, die Integration zu behindern, da es eine gleichberechtigte Teilhabe an der Gesellschaft verhindert. Überweisungen innerhalb Deutschlands unterliegen strengen Kontrollen und erfordern behördliche Genehmigungen – was zudem Datenschutzbedenken aufwirft. Entgegen verbreiteter Annahmen gibt es jedoch keine Belege dafür, dass Geflüchtete große Summen ins Ausland überweisen. Ein zweiter bundesweiter Kongress gegen die Zahlungskarte findet demnächst in Berlin statt. Dort werden Aktivist:innen und Organisationen zusammenkommen, um für gleiche soziale Rechte zu kämpfen und die Vernetzung der Systemgegner zu stärken.

Die Prepaid-Karte bleibt eine Hürde für Asylsuchende, die ihre finanzielle Freiheit und den Zugang zu Dienstleistungen einschränkt. Angesichts wachsender Widerstandsbewegungen und alternativer Lösungsansätze hält die Debatte über gerechtere Unterstützungssysteme an. Die anstehende Konferenz in Berlin wird sich intensiv mit diesen Herausforderungen befassen und Wege zur Verbesserung der Lebensbedingungen von Geflüchteten ausloten.