23 January 2026, 10:29

Rastatts jüdischer Friedhof: Stumme Zeugen einer zerstörten Gemeinde

Ein Feld rechteckiger Betonplatten in verschiedenen Höhen, die in einem Gittermuster angeordnet sind, unter einem grauen Himmel.

Rastatts jüdischer Friedhof: Stumme Zeugen einer zerstörten Gemeinde

Ein jüdischer Friedhof in Rastatt, der 1881 geweiht wurde, diente der örtlichen Gemeinde bis 1939 als letzte Ruhestätte. Seine Entstehung markierte einen wichtigen Schritt für die jüdischen Bewohner, da er ihnen eine eigene Begräbnisstätte in ihrer Nähe bot. Zuvor hatten sie auf einen Friedhof im nahegelegenen Kuppenheim zurückgreifen müssen.

Die Eröffnung des Friedhofs spiegelte die wachsende Akzeptanz und Integration jüdischer Bürger in Rastatt wider. Über die Jahrzehnte hinweg fanden dort etwa 150 Beisetzungen statt, von denen heute noch rund 100 Grabsteine erhalten sind.

Zwischen 1933 und 1945 sah sich die jüdische Gemeinde in Rastatt schwerer Verfolgung ausgesetzt. Viele wurden in Konzentrationslager deportiert, darunter auch nach Auschwitz, wo über eine Million Menschen – überwiegend Juden – ermordet wurden. Bis 1939 war der Friedhof nicht mehr in Gebrauch, ein trauriges Zeichen für den Niedergang des jüdischen Lebens in der Region unter der NS-Herrschaft. Historische Aufzeichnungen über den jüdischen Friedhof in Rastatt sind nur spärlich vorhanden. Während einige Quellen die jüdische Geschichte Stuttgarts während der NS-Zeit dokumentieren, sind Details über die frühere Gemeinde in Rastatt schwerer zu finden.

Der Friedhof steht heute als stille Mahnung an Rastatts jüdische Vergangenheit. Die etwa 100 verbliebenen Grabsteine bewahren das Andenken an die dort vor dem Krieg Bestatteten. Gleichzeitig ist er ein Zeugnis einer einst blühenden Gemeinde, die später durch Verfolgung zerstört wurde.