RAW-Gelände in Berlin: Droht dem Club Cassiopeia jetzt die Räumung?
Nadeschda HolzapfelRAW-Gelände in Berlin: Droht dem Club Cassiopeia jetzt die Räumung?
Die Zukunft des Berliner RAW-Geländes, ein Hotspot für Clubs und Kulturstätten, steht auf dem Spiel. Der Club Cassiopeia und andere Einrichtungen drohen bereits ab nächster Woche die Räumung – nach einem jahrelangen Streit mit dem Eigentümer des Areals.
Der Konflikt um das RAW-Gelände schwelt seit über zehn Jahren. Die Kurth-Gruppe, der das Grundstück gehört, drängte im Januar auf schnellere Baugenehmigungen, um Wohnraum zu schaffen. Streitpunkt ist, wie viele Wohnungen entstehen sollen und ob die historischen Hallen, die von Clubs und Kultureinrichtungen genutzt werden, erhalten bleiben.
Mitte Mai legten Senat und Bezirksamt einen Kompromissvorschlag vor – die Kurth-Gruppe lehnte ihn ab. Seither erhielten einige Mieter, darunter der Club Cassiopeia, Aufforderungen, Teile des Geländes zu räumen. Anderen wurden neue Mietverträge angeboten.
Heute beherbergt das RAW-Gelände Konzerthallen, einen Biergarten, eine Skatehalle, eine Boulderhalle und Märkte. Seine Wurzeln reichen in die Zeit nach dem Mauerfall zurück, als es als Wartungsdepot für Reichsbahn-Züge diente. Erst kürzlich versammelten sich Dutzende auf dem Kurfürstendamm unter dem Motto „RAW für alle – Cassiopeia & Co. müssen bleiben“, um zu protestieren.
Räumungsbescheide wurden bereits an einige Mieter verschickt. Sollte der aktuelle Plan umgesetzt werden, könnte der Club Cassiopeia schon in wenigen Tagen weichen müssen. Das Schicksal der anderen Kultureinrichtungen auf dem RAW-Gelände bleibt ungewiss.
