Regionalverkehr in Deutschland rutscht in der Qualität weiter ab – nur 48 von 100 Punkten
Nadeschda HolzapfelRegionalverkehr in Deutschland rutscht in der Qualität weiter ab – nur 48 von 100 Punkten
Qualität des Regionalverkehrs in Deutschland leicht gesunken
In der ersten Jahreshälfte 2025 hat die Qualität des Regionalbahnverkehrs in Deutschland leicht nachgelassen. Pünktlichkeit und Sauberkeit wurden im Vergleich zu den Vorjahren schlechter bewertet, während die Zuverlässigkeit eine leichte Verbesserung zeigte. Die aktuellen Rankings offenbaren weiterhin anhaltende Probleme mit maroder Infrastruktur und Serviceausfällen.
Die durchschnittliche Gesamtbewertung für den lokalen und regionalen Schienenpersonenverkehr lag bei nur 48 von 100 möglichen Punkten. Lediglich 15 der 60 deutschen Bahnnetze erreichten mehr als 50 Punkte. Die Pünktlichkeitsquote sank auf 77,93 Prozent, während die Kapazitäten der Züge weiterhin gering blieben – viele Fahrgäste mussten mit überfüllten Wagen vorliebnehmen.
Ein Lichtblick war Baden-Württemberg, wo die Regionalbahnen mit einer leicht besseren Zufriedenheitsnote von 2,5 abschnitten. In den meisten anderen Regionen verschlechterten sich jedoch die Sauberkeitsstandards. Zu den anhaltenden Problemen zählen bröckelnde Gleise, schlecht koordinierte Baustellen, unklare Fahrgastinformationen und Personalmangel.
Um diese Missstände zu bekämpfen, hat InfraGO, die Infrastrukturtochter der Deutschen Bahn, ein umfangreiches Investitionsprogramm angekündigt. Rund 19 Milliarden Euro sollen in Instandhaltung und Modernisierung fließen, wobei jährlich etwa 26.000 bis 28.000 Baustellen betreut werden. Zu den Maßnahmen gehören die Sanierung von 950 der insgesamt 5.700 Bahnhöfe in Deutschland, der Ausbau des digitalen Zugsicherungssystems (ETCS) sowie kleinere, aber wichtige Aufwertungen wie neue Weichen, Signale und Bahnsteige. Ziel ist es, die Kapazitäten und Pünktlichkeit für Personen- und Güterverkehr zu steigern.
Verkehrsminister Winfried Hermann verwies auf die Herausforderungen des Sektors, darunter steigende Fahrgastzahlen, veraltete Infrastruktur und begrenzte Budgets. Da ab 2026 umfangreiche Gleisarbeiten anstehen, warnen Beamte vor weiteren Beeinträchtigungen – sofern nicht bessere Planung und Kommunikation sichergestellt werden.
Der Qualitätsrückgang im Schienennetz fällt in eine Phase wachsender Nachfrage. Zwar könnten InfraGOs Investitionen und Modernisierungsvorhaben einige Probleme mildern, doch anhaltende Baustellen und Budgetengpässe werden den Fortschritt auf die Probe stellen. Entscheidend bleibt eine klarere Fahrgastkommunikation und strengeres Baustellenmanagement, um künftige Störungen so gering wie möglich zu halten.