22 December 2025, 14:52

Schmelztiegel statt Goldener Rekord

Eine Konferenzszene mit Sitzplätzen und einer Bühne, auf der eine Diskussion zwischen Medienvertretern und Eigentümern stattfindet, mit einem großen Banner und einer Wand im Hintergrund.

Schmelztiegel statt Goldener Rekord

Statt Goldener Schallplatte: Ein PR-Desaster

Teaser: Dieter Bohlen wirbt für einen Verschwörungstheoretiker auf YouTube. Es geht darum, leichtgläubige Menschen zu verunsichern – und ihnen Gold zu verkaufen.

Ein kürzlich von Kettner Edelmetalle veranstaltetes Webinar hat wegen seiner umstrittenen Referenten und polarisierenden Botschaften für Aufsehen gesorgt. Der Popstar Dieter Bohlen war der Hauptakt der Veranstaltung, die sich unter dem Motto „finanzielle Selbstverteidigung“ der Werbung für Goldinvestments widmete. Das Geschäftsmodell des Unternehmens basiert darauf, Zuschauer mit alarmistischen Botschaften zum Kauf von Edelmetallen zu bewegen.

Im Rahmen des Webinars wiederholte Bohlen seine Drohung, Deutschland zu verlassen, falls eine Vermögenssteuer eingeführt werde. Zudem pries er Gold als sichere Kapitalanlage an und verteidigte den Verschwörungstheoretiker Dominik Kettner, den Gründer des Unternehmens. Dessen Online-Magazin hatte in der Vergangenheit bereits undemokratische und hyperkapitalistische Inhalte veröffentlicht – was zusätzliche Kritik auslöste.

Zu den weiteren Rednern zählte Prinzessin Gloria von Thurn und Taxis, bekannt für ihre ultra-konservativen christlichen Ansichten, die sich gegen Abtreibung und gleichgeschlechtliche Ehen richten. Auch die politischen Provokateure Werner Patzelt und Peter Hahne traten auf, obwohl ihnen jede anerkannte wirtschaftswissenschaftliche Expertise fehlt. Das Unternehmen wirbt mit über 200.000 zufriedenen Kunden, doch Kritiker zweifeln an seiner Seriosität. Kettner Edelmetalle steht bereits seit Längerem in der Kritik, weil es potenzielle Käufer gezielt verunsichert, um den Absatz zu steigern. Während sich das Unternehmen als finanzieller Beschützer inszeniert, bleiben seine politischen Tendenzen und fragwürdigen Geschäftspraktiken umstritten.

Die Veranstaltung unterstrich einmal mehr Kettners Strategie, finanzielle Beratung mit polarisierender Rhetorik zu vermengen. Bohlens Äußerungen zu Steuern, Donald Trump und der rechtspopulistischen AfD heizten die Debatte weiter an. Ungewiss bleibt, welche langfristigen Folgen die Investitionen bei dem Unternehmen für Anleger haben – und wie viele ihnen tatsächlich vertrauen werden.