Steffi: Wie die DDR-Puppe Barbie Konkurrenz machte und Kultstatus erreichte
Antonio SchleichModepuppe Steffi: Die Barbie des Sozialismus wird 60 - Steffi: Wie die DDR-Puppe Barbie Konkurrenz machte und Kultstatus erreichte
1966 brachte die DDR mit Steffi ihre eigene Modepuppe für Teenager auf den Markt – als Konkurrenz zu Barbie und Petra. Schnell entwickelte sie sich zu einem kulturellen Symbol. Anders als ihre westlichen Pendants wurde Steffi in einem staatlichen Betrieb hergestellt und half sogar, Devisen ins Land zu holen.
Entworfen wurde die Puppe von Margot Schmied, die sie nach ihrer eigenen Tochter benannte – eine Parallele zu Barbies Schöpferin Ruth Handler, die ebenfalls den Namen ihrer Tochter wählte. Gefertigt wurde Steffi in der VEB Puppenfabrik Biggi in Waltershausen, einer Stadt mit langer Puppentradition. Mit einem Preis von 16 DDR-Mark war sie für viele Familien damals ein teures Vergnügen.
Optisch unterschied sich Steffi deutlich von Barbie: Ihr Körperbau war erwachsener und kräftiger, was ein etwas realistischeres Frauenbild vermittelte. Make-up und Frisur folgten den Trends der 1960er-Jahre und verpassten ihr einen strenger, weniger verspielt wirkenden Look. Frühere Modelle gab es zudem in verschiedenen Hauttönen – ein fortschrittlicher Ansatz in Sachen rassischer Repräsentation, der Barbie in jener Zeit fehlte.
Nicht nur im Inland verkauft, wurden Steffi-Puppen auch exportiert und oft als Geschenke an ausländische Würdenträger überreicht. Auf diese Weise sicherte sich die DDR dringend benötigte Hartwährung – eine wertvolle Ressource in der Planwirtschaft. Heute sind originale Steffi-Puppen begehrte Sammlerstücke, deren Preise je nach Zustand und Ausstattung zwischen 20 und 200 Euro liegen.
Steffi bleibt ein prägendes Stück DDR-Geschichte. Ihre Produktion in Waltershausen und ihre Rolle im Außenhandel spiegeln die wirtschaftlichen Strategien der Epoche wider. Jahrzehnte später lebt ihr Erbe in Sammlerkreisen und unter Liebhabern von Spielzeug aus der Zeit des Kalten Krieges weiter.