23 April 2026, 12:25

Streit um Cannabis-Rezepte: Regierung will Online-Vertrieb und Telemedizin einschränken

Plakat mit der Aufschrift "$160 Milliarden die Menge, die Steuerzahler seit Medicare niedrigere Verschreibungspreise verhandeln kann" mit einem Logo.

Streit um Cannabis-Rezepte: Regierung will Online-Vertrieb und Telemedizin einschränken

Die deutsche Bundesregierung diskutiert schärfere Regeln für die Verschreibung von medizinischem Cannabis. Ein Gesetzentwurf, der sich gegen Telemedizin und den Online-Vertrieb richtet, hat zu Uneinigkeit zwischen den Koalitionspartnern geführt. Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) will den Versandhandel mit Cannabis sowie schnelle digitale Rezepte verbieten, doch der Widerstand dagegen wächst.

Der von der Regierung vorgelegte Entwurf zielt darauf ab, sogenannte "Klick-Rezepte" abzuschaffen, bei denen Patienten eine Genehmigung für Cannabis in weniger als 30 Sekunden erhalten. Sowohl CDU als auch SPD sind sich einig, dass solche Schnellberatungen problematisch sind. Der CDU-Gesundheitsexperte Dr. Thomas Pauls betonte, medizinisches Cannabis klar von Freizeitkonsum abzugrenzen, und forderte deutlichere rechtliche Rahmenbedingungen.

Der gesundheitspolitische Sprecher der SPD, Serdar Yüksel, lehnte jedoch Versuche ab, die Telemedizin-Regeln zurückzudrehen. Er beharrte darauf, dass digitale Rezepte nicht verhandelbar seien, und argumentierte, Fortschritte in der Fernbehandlung dürften nicht rückgängig gemacht werden. Unterdessen haben Ärzteverbände begonnen, Mediziner zu disziplinieren, die Rezepte allein auf Basis von Online-Fragebögen ausstellen.

Dr. Christiane Neubaur, Geschäftsführerin des Cannabiswirtschaftsverbands (VCA), schlug einen Kompromiss vor: bestimmte Cannabisprodukte könnten rezeptfrei in Apotheken verkauft werden. Der CDU-Abgeordnete Dr. Thomas Pauls räumte einen "Interessenausgleich" ein – strengere Kontrollen könnten Ärzte rechtlich absichern, könnten aber den Patientenzugang erschweren. Allerdings ist unwahrscheinlich, dass der aktuelle Entwurf in dieser Form verabschiedet wird, da die parlamentarische Unterstützung unsicher bleibt.

Die Verschreibungsregeln für medizinisches Cannabis hängen weiterhin vom Land ab, in dem der Arzt zugelassen ist. Dies erschwert grenzüberschreitende Fälle und Online-Beratungen.

Im Mittelpunkt der Debatte steht die Balance zwischen strengerer Aufsicht und Patientenzugang. Sollte das Gesetz verabschiedet werden, wären Versandhandel mit Cannabis und schnelle Online-Rezepte Geschichte. Doch der Widerstand von SPD und Branchenverbänden deutet darauf hin, dass weitere Verhandlungen nötig sind, bevor Änderungen in Kraft treten.

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