Streit um Wolfstötung im Schwarzwald: Kretschmanns Entscheidung spaltet die Gemüter
Wenzel WeinholdKretschmann verärgert: Der Wolf weiß nichts von der Wahlkampagne - Streit um Wolfstötung im Schwarzwald: Kretschmanns Entscheidung spaltet die Gemüter
Pläne zur Tötung eines Wolfs im Nördlichen Schwarzwald Baden-Württembergs lösen heftige Debatten und Klagen aus
Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) verteidigte die umstrittene Entscheidung und betonte, es handele sich um eine seltene Maßnahme zum Schutz der Bevölkerung – und nicht um ein politisches Manöver. Kritiker protestieren unterdessen mit Mahnwachen, darunter einer Kerzenaktion in der Stadt Bühl.
Im Mittelpunkt des Streits steht ein Wolf in der Nähe des Hornisgrinde, für den die Behörden eine Tötungsgenehmigung erteilt haben. Kretschmann, der den Grünen angehört, unterstrich, der Fall sei eine Ausnahme und stehe nicht im Zusammenhang mit der allgemeinen Artenschutzpolitik. Spekulationen, der Zeitpunkt kurz vor den Landtagswahlen sei bewusst gewählt, wies er zurück: "Wölfe richten sich nicht nach Wahlperioden."
Die Genehmigung fällt ausgerechnet in die Paarungszeit der Wölfe, in der sie vermehrt auf Menschen und Hunde zugehen. Gegner halten genau das für besonders problematisch. Mittlerweile liegt eine Klage gegen den Beschluss beim Verwaltungsgericht Stuttgart, das in den kommenden Tagen entscheiden soll.
Bis zu einem Urteil bleibt der Wolf rechtlich geschützt. Kretschmann zeigte sich überrascht von der emotionalen Wucht der Debatte: Die Reaktionen seien ungewöhnlich heftig ausgefallen, so der Ministerpräsident.
Die anstehende Gerichtsentscheidung wird darüber bestimmen, ob die Tötung vollzogen wird. Im Falle einer Genehmigung könnte dies Präzedenzcharakter für ähnliche Fälle in der Region haben. Bis dahin steht der Wolf weiterhin unter Schutz – während die juristische und öffentliche Auseinandersetzung anhält.