Stuttgart 21: Kosten explodieren auf 14,5 Mrd. – Fertigstellung erst 2031
Antonio SchleichStuttgart 21: Kosten explodieren auf 14,5 Mrd. – Fertigstellung erst 2031
Die Deutsche Bahn hat die Kostenschätzung für das Projekt Stuttgart 21 auf 14,5 Milliarden Euro erhöht. Die umstrittene Bahnmodernisierung, die 2010 begann, sollte ursprünglich 4,5 Milliarden Euro kosten. Die Fertigstellung wurde nun auf das Jahr 2031 verschoben.
Die Bauarbeiten für Stuttgart 21 starteten 2010 mit dem Ziel, einen neuen unterirdischen Bahnhof anstelle des bestehenden Kopfbahnhofs zu errichten. Bei den Abrissarbeiten des alten Bahnhofs kam es damals zu Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten, bei denen über 100 Protestierende verletzt wurden.
Die Grünen, die das Projekt von Anfang an ablehnten, gewannen nach der Landtagswahl 2011 in Baden-Württemberg als zweitstärkste Kraft erheblichen politischen Einfluss. Dennoch wurden die Arbeiten fortgesetzt – doch bald traten Probleme zutage. Über 1.000 Kilometer Kabel und Leitungen waren fehlerhaft verlegt worden und müssen nun ausgetauscht werden.
Kritiker verweisen auf unzureichende Brandschutzmaßnahmen und zahlreiche technische Planungsmängel. DB-Chefin Evelyn Palla nannte kürzlich die Schwierigkeiten bei der Digitalisierung des Stuttgarter Eisenbahnknotens als Hauptgrund für die jüngste Verzögerung. Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir fordert unterdessen klarere Fortschritte und verlässliche Angaben zur Fertigstellung.
Das Budget des Projekts hat sich seit Baubeginn mehr als verdreifacht. Der geplante Eröffnungstermin verschob sich von 2026 auf 2031. Die Rückschläge spiegeln die anhaltenden technischen und logistischen Herausforderungen wider, vor denen eines der ehrgeizigsten Infrastrukturprojekte Deutschlands steht.
