Stuttgarts Kultur- und Sozialbranche kämpft gegen radikale Haushaltskürzungen
Cordula RingStuttgarts Kultur- und Sozialbranche kämpft gegen radikale Haushaltskürzungen
Kulturproteste in Stuttgart: Petition gegen Sparmaßnahmen im Bildungs- und Sozialbereich
Massiver Widerstand gegen Kürzungen in Kultur, Bildung und Soziales – zahlreiche Institutionen in Stuttgart starten Unterschriftenaktion
30. November 2025, 21:07 Uhr
Ein breites Bündnis aus Kultur- und Sozialeinrichtungen in Stuttgart hat eine Petition gegen die geplanten Haushaltskürzungen der Stadt ins Leben gerufen. Der Entwurf für den Doppelhaushalt 2026/27 sieht vor, die Mittel für den Kulturbereich um jährlich über sechs Prozent zu kürzen – in einigen Bereichen sollen die Einschnitte noch drastischer ausfallen. Von Theatern über Jugendhilfeeinrichtungen bis hin zu freien Kulturinitiativen warnen die Beteiligten vor nachhaltigen Schäden für das kulturelle Leben und die sozialen Unterstützungsstrukturen der Stadt.
Unterstützung erhält die Petition bereits von Stuttgarter Theatern, freien Tanz- und Theaterkollektiven, Museen sowie soziokulturellen Zentren. Zu den Erstunterzeichnern zählen zudem Vereine aus den Bereichen Inklusion, Migration, Jugendhilfe und Sozialarbeit. Gemeinsam argumentieren sie, dass das aktuelle Kulturbudget der Stadt in Höhe von rund 49 Millionen Euro – weniger als ein Prozent des gesamten Haushalts – eine weitaus höhere gesellschaftliche Rendite erbringt, als die reinen Zahlen vermuten lassen.
Die Initiatoren weisen auf die möglichen Folgen der Sparpläne hin: von ausgedünnten Kulturprogrammen bis hin zu Arbeitsplatzverlusten in der Branche. Sollten die Kürzungen beschlossen werden, träten sie im Haushaltszeitraum 2026/27 in Kraft und würden die Förderprioritäten Stuttgarts auf Jahre hinaus prägen. Nun wartet das Bündnis auf eine Stellungnahme der Stadtverwaltung, bevor der Haushalt endgültig verabschiedet wird.