21 December 2025, 18:59

TFA: Der ewige Chemikalie in deutschem Trinkwasser

Wasser mit untergetauchten Pflanzen, schwimmenden Blättern und Blasen.

TFA: Der ewige Chemikalie in deutschem Trinkwasser

TFA: Die ewige Chemikalie im deutschen Trinkwasser

Teaser: Jahre lang wurde TFA legal in öffentliche Gewässer eingeleitet. Nun rätseln Experten, wie sich der unerwünschte Stoff aus der Umwelt entfernen lässt.

21. Dezember 2025

Stichworte: Klimawandel, Finanzen, Autos, Kriminalität und Justiz

Eine äußerst langlebige Chemikalie namens Trifluoressigsäure (TFA) wird seit Jahren legal in deutsche Flüsse eingeleitet. Der Stoff, der sich nicht aus dem Wasser filtern lässt, gefährdet nun bundesweit die Trinkwasserversorgung. Behörden warnen, dass die Belastungswerte in letzter Zeit stark angestiegen sind.

TFA, oft als „ewige Chemikalie“ bezeichnet, gelangt über genehmigte Industrieeinleitungen in öffentliche Gewässer. Das Chemiewerk des belgischen Konzerns Solvay in Bad Wimpfen leitet seit Jahren behandelte TFA in den Neckar ein – mit behördlicher Erlaubnis.

Die Substanz ist extrem stabil, wasserlöslich und verbreitet sich leicht in Grundwasser, Oberflächengewässern und sogar in Pflanzen. Experten bestätigen ihren Nachweis in allen Umweltkompartimenten, einschließlich Ozeanen und Nahrungsmitteln. Bestehende Filtrationssysteme können sie nicht entfernen, was Bedenken hinsichtlich langfristiger Schäden für das Trinkwasser weckt. Das Bundesamt für Chemikalien (BfC) und das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) stufen TFA als fortpflanzungsgefährdend ein.

Hauptquellen der Belastung sind F-Gase aus Pestiziden und Kältemitteln, industrielle Produktion, Abwässer und Landwirtschaft. Schätzungen zufolge stammen etwa die Hälfte der Verschmutzung aus Industrie, Handel und Haushalten, die andere Hälfte aus der Landwirtschaft. Der Zweckverband Bodensee-Wasserversorgung (AWBR) meldet, dass sich die TFA-Werte in den Wasserressourcen in den letzten Jahren verdoppelt haben. Die Behörden stehen nun vor der Herausforderung, eine Chemikalie zu bekämpfen, die sich unendlich in der Umwelt hält.

Die TFA-Belastung breitet sich weiter in den deutschen Wassersystemen aus – ohne dass es eine wirksame Methode zu ihrer Beseitigung gäbe. Durch ihre Persistenz und die steigenden Konzentrationen stellt die Substanz eine direkte Gefahr für die Trinkwassersicherheit dar. Regulierungsbehörden und Industrie müssen nun Wege finden, um mit einem Stoff umzugehen, der für immer in der Umwelt verbleibt.