09 January 2026, 16:57

Tödlicher Unfall im Begleitschutz von Orbán: Autofahrerin steht vor Gericht

Ein weißer Polizeiwagen steht im Vordergrund mit mehreren Autos, die sich dahinter auf der Straße bewegen, umgeben von Gras und Bäumen auf beiden Seiten.

Stuttgart-Prozess: Warum starb ein Polizist während Orbáns Besuch? - Tödlicher Unfall im Begleitschutz von Orbán: Autofahrerin steht vor Gericht

Ein Motorradpolizist aus dem Begleitschutz des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán verstarb im vergangenen Jahr bei einem unfall in der nähe in Stuttgart. Der Vorfall ereignete sich, als Orbáns Konvoi nach dem EM-Spiel der ungarischen Nationalmannschaft auf dem weg zum flugplatz war. Nun muss sich eine 69-jährige Autofahrerin wegen fahrlässiger tödung im zusammenhang mit der kollision vor gericht verantworten.

Der unfall passierte, als die Beschuldigte laut anklage in eine gesperrte kreuzung einbog und damit ihre sorgfaltspflichten im straßenverkehr verletzte. Neben dem tödlichen unfall wurde ein weiterer beamter schwer verletzt, weshalb zusätzlich der vorwurf der fahrlässigen körperverletzung erhoben wird. Die identität der frau wurde gemäß deutscher medienpraxis nicht öffentlich gemacht.

Das Stuttgarter amtsgericht hat 14 zeugen und einen sachverständigen als beweispersonen geladen. Die verhandlung läuft bereits, das urteil soll am 14. november um 9:00 uhr verkündet werden. Hundert kolleginnen und kollegen des verstorbenen polizisten ehrten ihn später bei einem gedenkmarsch. Die ehrung folgte auf den tödlichen unfall, der sich während einer hochkarätigen eskortfahrt ereignet hatte.

Im mittelpunkt des prozesses steht der vorwurf, die fahrerin habe verkehrsregeln missachtet, was zum tod des beamten führte. Das gericht wird über die schuldfrage und die folgen des zusammenstoßes entscheiden. Eine entscheidung wird für anfang november erwartet.