Ulms Inklusions-Team baut Barrieren ab – mit Kreativität und digitalen Lösungen
Wenzel WeinholdUlms Inklusions-Team baut Barrieren ab – mit Kreativität und digitalen Lösungen
Inklusionsbeauftragte der Stadt Ulm unterstützt seit 2016 Menschen mit Behinderungen
Seit 2016 setzt sich die Stelle der Inklusionsbeauftragten in Ulm für die Belange von Menschen mit Behinderungen ein. Unter der Leitung des langjährigen Mitarbeiters Oliver Arnold arbeitet das Team daran, Barrieren abzubauen und die Zugänglichkeit in der gesamten Stadt zu verbessern. Mit neuen Mitarbeiter:innen, digitalen Hilfsmitteln und kreativen Projekten sollen Betroffene im Alltag noch besser unterstützt werden.
Im Jahr 2025 bearbeitete die Stelle 116 Fälle – ein Anstieg um 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Anfragen reichten von Problemen mit Schwerbehindertenausweisen über Hindernisse im öffentlichen Raum, im Wohnbereich und am Arbeitsplatz bis hin zur missbräuchlichen Nutzung von Behindertenparkplätzen. Zudem setzte sich das Team für einen besseren Zugang zu kulturellen Veranstaltungen ein.
Neue Kräfte, innovative Projekte Mit Jamila Schönsiegel und Denis Spill konnte das Team verstärkt werden. Ein zentrales Projekt war der Pilotversuch mit LocID, einem Bluetooth-basierten System, das sehbehinderten Menschen die Orientierung in der Stadt erleichtern soll. Ein weiteres Vorhaben, "BrickRamps", nutzte bunte Bausteine, um temporäre Rampen zu bauen – eine flexible Lösung für mehr Barrierefreiheit.
Gegen den Missbrauch von Behindertenparkplätzen startete die Stelle einen Designwettbewerb, um auf das Problem aufmerksam zu machen. Zudem veranstaltete sie die Fachkonferenz "Schön hier… aber hast du schon mal barrierefrei gelebt?", die sich an Immobilienbesitzer:innen und Investor:innen richtete. Ziel war es, inklusivere Bauprojekte zu fördern.
Unabhängige Anlaufstelle und Transparenz Neben der direkten Unterstützung fungiert die Inklusionsstelle auch als unabhängige Ombudsstelle: Sie vertritt Betroffene in Konflikten mit Behörden oder anderen Institutionen. Der Jahresbericht, der in Leichter Sprache und als Audiofassung unter http://disability.ourwebsite.de verfügbar ist, dokumentiert alle Aktivitäten und Fortschritte.
Vorbild für die Region Ulm steht mit diesem Engagement nicht allein da: Seit etwa 2016 wurden zwölf Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg, darunter Heilbronn, für ähnliche Initiativen ausgezeichnet. Heilbronn verfügt etwa über eine eigene Inklusionsbeauftragte und einen Beirat. Landesweit fördern Projekte wie der Wettbewerb "Alle inklusive?! Barrierefreie Gemeinde" Kommunen auf dem Weg zu mehr Barrierefreiheit.
Dank der Arbeit der Ulmer Inklusionsstelle gibt es heute mehr barrierefreien Wohnraum, zugängliche öffentliche Räume und inklusive Dienstleistungen. Mit neuem Personal, digitalen Innovationen und Kampagnen reagiert das Team auf die wachsende Nachfrage – und trägt so zu den landesweiten Bestrebungen bei, Baden-Württemberg Schritt für Schritt barrierefreier zu gestalten.