Verfassungsschutz in Baden-Württemberg wehrt Vorwürfe zu Beobachtung christlicher Freikirchen ab
Antonio SchleichVerfassungsschutz in Baden-Württemberg wehrt Vorwürfe zu Beobachtung christlicher Freikirchen ab
Ein aktueller Online-Beitrag hat in Baden-Württemberg eine Debatte über die Prioritäten der Überwachungsbehörden ausgelöst. Der Twitter-Nutzer queru_lant warf dem Landesamt für Verfassungsschutz (LfV) vor, sich fälschlicherweise auf christliche Freikirchen statt auf islamistische Gefahren zu konzentrieren. Das LfV hat nun reagiert und die Vorwürfe als falsch zurückgewiesen.
Zwei kleine Freikirchen stehen weiterhin unter Beobachtung der Behörde – trotz ihrer geringen Mitgliederzahlen.
Das LfV bestätigte, dass es im Jahr 2026 zwei Freikirchen im Blick behält: die Evangelische Freikirche Riedlingen und das mit ihr verbundene Netzwerk Bibeltreuer Christen, geleitet vom Prediger Jakob Tscharntke. Die zweite ist die Baptistenkirche Zuverlässiges Wort Pforzheim (BKZW). Beide Gruppen zählen in Baden-Württemberg zwar nur wenige hundert aktive Mitglieder, verbreiten jedoch extremistisches Gedankengut online an ein weit größeres Publikum.
Ein Sprecher des LfV wies die Kritik von queru_lant zurück und bezeichnete die Behauptung als unzutreffend. Die Behörde betonte zudem, dass islamistische Netzwerke nach wie vor ein zentraler Schwerpunkt ihrer Überwachungsarbeit in Baden-Württemberg seien. Zwar verfügen die beobachteten Kirchen über eine kleine lokale Anhängerschaft, ihre digitale Reichweite gehe aber weit über die eigenen Gemeinden hinaus. Diese Online-Präsenz habe die anhaltende Aufmerksamkeit der Behörden zur Folge.
Die Beobachtung der beiden Freikirchen durch das LfV wird fortgesetzt – parallel zur weiteren Überwachung islamistischer Gruppen. Die Stellungnahme der Behörde bestätigt, dass beide Bereiche trotz unterschiedlicher Mitgliederzahlen Priorität behalten. Weitere Änderungen an der Beobachtungsliste wurden nicht bekannt gegeben.