VfB Stuttgart glänzt mit Rekordabwehr – doch die Offensive schwächelt
Antonio SchleichVfB Stuttgart glänzt mit Rekordabwehr – doch die Offensive schwächelt
VfB Stuttgart hat einen starken Saisonstart hingelegt und sich in der Bundesliga auf Platz vier vorgearbeitet. Mit drei Heimsiegen und ohne Gegentor im eigenen Stadion hat die Mannschaft aus sechs Ligaspielen bereits zwölf Punkte geholt. Die Defensive steht so stabil da wie seit 14 Jahren nicht mehr – doch Verletzungen setzen die Offensive schwer unter Druck.
Besonders beeindruckend ist Stuttgarts Heimbilanz: Alle drei Bundesliga-Partien im eigenen Stadion endete mit einem Sieg, jeweils ohne Gegentreffer. Insgesamt kassierte das Team in sechs Spielen nur sechs Tore – eine Abwehrleistung, wie sie zuletzt 2010 zu sehen war.
Die jüngste Serie umfasst drei Siege in Folge, darunter ein knapper 1:0-Erfolg gegen den 1. FC Heidenheim, der die Schwaben auf Rang vier hievte. Zudem zog Stuttgart ins Achtelfinale des DFB-Pokals ein und überzeugte in der Europa League gegen Celta Vigo. Doch die Angriffsreihe leidet unter personellen Ausfällen: Ermedin Demirović fällt mit einem Fußbruch sechs bis zwölf Wochen aus, Deniz Undav bleibt weiterhin verletzungsbedingt außer Gefecht. Mit dem Abgang von Nick Woltemade fehlt zudem eine klassische "Neuner"-Option – die Mannschaft hat derzeit keinen etatmäßigen Sturmführer zur Verfügung.
Mittelfeldspieler Bilal El Khannouss avancierte in dieser Saison zum Leistungsträger: In 22 Einsätzen steuerte er drei Tore und drei Vorlagen bei. Seine starke Form half Stuttgart, nach der Winterpause eine fünf Spiele andauernde Unbesiegten-Serie zu halten – mit einer Torquote von durchschnittlich zwei Treffern pro Partie. Doch nach der schwachen Leistung beim 1:2 gegen den FC St. Pauli am 7. Februar wurde er zur Halbzeit ausgewechselt und musste sich anschließend öffentliche Kritik von Trainer Sebastian Hoeneß gefallen lassen.
Trotz der Rückschläge zeigt sich der Verein mit den gezeigten Leistungen zufrieden. Externe Beobachter bleiben indes skeptisch, während Stuttgart nach der Länderspielpause vor einem anspruchsvollen Programm steht.
Mit einer starken Defensive und der jüngsten Siegesserie hat sich der VfB in die Champions-League-Ränge gespielt. Doch ohne verletzungsfreie Angreifer und mit einem dünn besetzten Kader wird die kommende Phase zur Bewährungsprobe. Ob die Mannschaft ihre Form halten kann, hängt davon ab, wie sie sich ohne erkennbare Sturmspitze neu aufstellt.