10 December 2025, 22:53

Vom Mercedes-Ingenieur zum Gründer: Wärme-Rückgewinnung revolutionieren

Eine Ziegelwand mit einer Dusche, einem Wasserhahn und einem Handtuchhalter auf der linken Seite und einer Badewanne unten.

Vom Mercedes-Ingenieur zum Gründer: Wärme-Rückgewinnung revolutionieren

Energie sparen unter der Dusche: Die Wärme-Rückgewinnung der Zukunft

Teaser: Nach 25 Jahren bei Mercedes verließ Steffen Nittbaur den Konzern und gründete mit seinem Sohn ein Startup für die Wärme-Rückgewinnung aus Duschwasser.

Artikel: Nach 25 Jahren bei Mercedes-Benz wagte der Industrieingenieur Steffen Nittbaur den Schritt in die Selbstständigkeit – mit einem grünen Startup. Sein Unternehmen Unocconi spezialisiert sich auf die Rückgewinnung von Wärme aus Abwasser von Duschen, eine Methode, die in Deutschland bisher kaum genutzt wird. Der Wechsel kommt zu einer Zeit, in der die Energiekosten steigen und effiziente Lösungen immer stärker nachgefragt werden.

Nittbaurs Weg von der Automobilbranche zur Nachhaltigkeit begann mit einer Weiterbildung. Nach seinem Ausscheiden bei Mercedes absolvierte er ein berufsbegleitendes Masterstudium der Umweltwissenschaften. Sein Fokus richtete sich bald auf die Wärme-Rückgewinnung, ein in Teilen Europas längst etabliertes Verfahren, das in Deutschland jedoch an regulatorischen Hürden scheitert.

Anfang 2025 gründete er gemeinsam mit seinem Sohn Valentin in Filderstadt die Unocconi GmbH. Valentin, der zwei Abschlüsse in Betriebswirtschaft vorweisen kann, stieg noch im selben Jahr voll ins Unternehmen ein. Ihr Ziel: dezentrale Wärme-Rückgewinnung aus Duschen in deutschen Haushalten und Betrieben etablieren.

Die Technologie ist simpel, aber wirkungsvoll. Indem sie die Wärme aus dem Abwasser zurückgewinnt, senkt sie den Energieverbrauch in Gebäuden – eine der effizientesten Methoden, um Strom zu sparen. Trotz der Vorteile ist die Verbreitung in Deutschland gering, unter anderem weil die Systeme bisher keine Trinkwasser-Zulassung besitzen.

Unocconi will die Technologie nun in einem Markt vorantreiben, in dem die Energiekosten weiter steigen. Das Vater-Sohn-Duo arbeitet daran, regulatorische Hindernisse zu überwinden und die Wärme-Rückgewinnung zum Standard zu machen. Gelingt dies, könnte ihr Ansatz Haushalten und Unternehmen helfen, sowohl Kosten als auch CO₂-Fußabdruck zu reduzieren.