17 March 2026, 06:20

Von Maoisten zur CDU-Spitze: Wetterichs umstrittene Vergangenheit holt sie ein

Großes Mao-Zedong-Plakat an einer Gebäudewand, beleuchtet von Lampen, mit einem Foto Rahmen und Text rechts daneben.

Von Maoisten zur CDU-Spitze: Wetterichs umstrittene Vergangenheit holt sie ein

Susanne Wetterich, langjähriges Mitglied der Christlich Demokratischen Union (CDU), steht wegen ihrer früheren Verbindungen zu einer maoistischen Studentengruppe in der Kritik. Die 69-Jährige führt seit 2019 die Frauen-Union der CDU Südwest, doch ihre politischen Anfänge sind in jüngsten Diskussionen wieder thematisiert worden. Zwar hatten Behörden damals ihre Kontakte zu der Gruppe geprüft, doch Wetterich hat sich öffentlich nie dazu geäußert.

Ihre politische Laufbahn begann in den späten 1970er-Jahren, als sie sich einer maoistischen Hochschulorganisation anschloss. Ihre Mitgliedschaft zog später die Aufmerksamkeit des Verfassungsschutzes auf sich, der ihre Aktivitäten untersuchte. In dieser Zeit erlebte sie auch berufliche Nachteile durch den Radikalenerlass, eine Regelung, die Personen mit extremistischen politischen Ansichten den Zugang zum öffentlichen Dienst erschwerte.

Nach dem Ende ihres studentischen Engagements baute Wetterich eine Karriere in der Kommunikationsbranche auf. Sie arbeitete beim Süddeutschen Rundfunk und war später Pressesprecherin des Stuttgarter Rathauses. 2002 gründete sie eine eigene Kommunikationsagentur, die sie seither leitet.

Ihr politischer Wandel vollzog sich vor 25 Jahren mit ihrem Eintritt in die CDU. Wetterich war zeitweise Bundestagsabgeordnete und sitzt derzeit im Landesvorstand sowie im Regionalparlament. Seit 2019 steht sie der Frauen-Union der CDU vor und setzt sich für eine stärkere Repräsentation von Frauen in der Politik ein. Trotz ihrer heutigen Position hat sie sich zu ihren früheren maoistischen Verbindungen nie öffentlich geäußert.

Wetterichs Vergangenheit bleibt ein Thema – nicht zuletzt wegen ihrer Weigerung, darüber zu sprechen. Heute prägt sie als Konservative die Politik und engagiert sich besonders für die Förderung von Frauen in der Partei. Der Kontrast zwischen ihrem frühen Aktivismus und ihrer heutigen Führungsrolle in der CDU sorgt weiterhin für Aufmerksamkeit, doch eine Erklärung dafür bleibt sie schuldig.

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