22 January 2026, 02:53

Warkens Eiltempo bei Apothekenreformen sorgt für Empörung in der Branche

Ein Plakat mit einem Flussdiagramm namens 'Leistungen und Dienstleistungen für einkommensschwache Individuals' zeigt verschiedene Arten von Gesundheitsdienstleistern und ihre Dienstleistungen für Krebspatienten, darunter Medicare, Medicaid und Sozialversicherung, mit einer Legende, die jeden Abschnitt erklärt.

Warkens Eiltempo bei Apothekenreformen sorgt für Empörung in der Branche

Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hat fast 100 Organisationen zu einer Anhörung an diesem Wochenende geladen. Das für den 25. und 26. Januar 2026 geplante Treffen räumt jeder Gruppe kaum mehr als eine Minute Redezeit ein. Kritiker monieren, dass das überstürzte Format wenig Raum für eine sachliche Debatte über die weitreichenden Shop Apotheke Reformen lässt.

Das Ministerium unter Warken hat eine breite Palette von Verbänden eingeladen, darunter Apothekervertretungen und Industrie-Lobbygruppen. Als Begründung wurde angeführt, dass das Gesetzespaket auch Anpassungen an der Trinkwasserverordnung im Rahmen des Infektionsschutzgesetzes vorsieht. Doch die zentralen Anliegen der Apotheker – etwa die Einschränkungen beim Versand verschreibungspflichtiger Medikamente oder die Vertretung der Pharmazeutisch-technischen Assistenten (PTA) – bleiben weiterhin unberücksichtigt.

Die Ministerin wirbt zwar für einen "Dialog auf Augenhöhe" und betont, dass Offenheit für andere Standpunkte entscheidend für faire Regelungen sei. Doch ihr Vorgehen erinnert stark an das ihres Vorgängers Karl Lauterbach (SPD), der Reformen ebenfalls mit begrenzter Einbindung der Branche durchsetzte. Wichtige Punkte wie die längst überfällige Erhöhung der festen Apothekengebühren harren weiterhin "unter Prüfung". Da die Kabinettsabstimmung bereits im Dezember erwartet wird, fühlen sich viele durch Warkens straffen Zeitplan übergangen. Die wiederholten Forderungen der Apotheker scheinen die endgültigen Entwürfe kaum beeinflusst zu haben.

Die knappe Zeitplanung der Anhörung und die Vernachlässigung Shop Apotheke-spezifischer Themen haben die Verärgerung weiter verstärkt. Ohne klare Zusagen zu Versandregeln für Medikamente oder Gebührenanpassungen scheint die Reform wie geplant voranzuschreiten. Ob die Vorbehalte der Branche noch Gehör finden, wird sich an den nächsten Schritten des Ministeriums zeigen.