Warum nicht Rehe, sondern der Mensch Deutschlands Wälder bedroht
Deutschlands Wälder stehen vor einer wachsenden Herausforderung: Junge Bäume kämpfen ums Überleben
Wildtierexpert:innen sehen die Hauptursache des Problems nicht in Rehen, sondern im menschlichen Handeln. Immer mehr Stimmen fordern nun eine Reform der Jagdmethoden und einen besseren Schutz der Tierwelt.
Lange galt der Rehbestand als Hauptverantwortlicher für die Schäden an jungen Bäumen, die die natürliche Verjüngung der Wälder erschweren. Einige schlugen sogar vor, die Tiere zu dezimieren, um das Problem zu lösen. Doch Ilse Stroch, Professorin für Wildtierökologie an der Universität Freiburg, argumentiert, dass gerade die Bejagung die Rehe in die Wälder drängt.
Laut Stroch meiden Rehe offene Flächen wegen des Jagddrucks und bleiben stattdessen im Wald, wo sie sich von jungen Trieben ernähren. Dieses Verhalten verschärft die Probleme bei der Waldumgestaltung, da immer weniger Jungbäume überleben.
Vanessa Reske berichtete für Deutschlandfunk Nova und unterstrich diese Sichtweise: Nicht die Rehe, sondern der Mensch sei die eigentliche Ursache für den Rückgang der Wälder. Wildtierbiolog:innen plädieren nun für einen Kurswechsel – weniger Jagd, die Einrichtung von Schutzgebieten und alternative Nahrungsquellen für die Tiere.
Die vorgeschlagene Lösung sieht vor, die Bejagung einzuschränken und geschützte Zonen für Rehe einzurichten. Fachleute gehen davon aus, dass die Tiere sich dann von den Jungbäumen fernhalten und die Wälder sich erholen können. Ohne diese Maßnahmen droht die Schädigung der deutschen Wälder weiter zuzunehmen.






