Welche Regionaltramlinie sollte durch das Herz von Reutlingen fahren?
Wenzel WeinholdWelche Regionaltramlinie sollte durch das Herz von Reutlingen fahren?
Welche Regional-Stadtbahnlinie soll durch das Herz von Reutlingen führen?
Ankündigung: Am Dienstag fragt die GEA die Bürger: Welche Regional-Stadtbahnstrecke durch die Innenstadt bevorzugen Sie? Und wie stehen Sie zu den ...
Veröffentlichungsdatum: 22. November 2025, 10:22 Uhr
Der Reutlinger Stadtrat entscheidet am 16. Dezember, wie die Neckar-Alb-Regionalstadtbahn durch die Innenstadt verlaufen soll. Das Projekt zielt darauf ab, städtische und ländliche Gebiete in den Landkreisen Reutlingen, Tübingen und Zollernalb besser zu vernetzen. Doch die Wahl der Strecke hat eine Debatte ausgelöst: Anwohner, Unternehmen und politische Parteien sind uneins über Kosten, Verkehrsauswirkungen und langfristige Vorteile.
Die Stadtverwaltung favorisiert nun die Gartenstraße als beste innerstädtische Variante und rückt damit von der zuvor diskutierten Lederstraße ab – basierend auf einer standardisierten Bewertung. Dennoch bleiben Streitpunkte bei der Finanzierung, den Umweltzielen und der Frage, wie Entwicklung und Beeinträchtigungen am besten in Einklang zu bringen sind.
Der Stadtbahnplan spaltet lokale Gruppen und Parteien. Die CDU hat noch keine klare Position bezogen, besteht aber auf ein transparentes Finanzierungskonzept, bevor es weitergeht. Die SPD unterstützt den Ausbau, fordert jedoch soziale Begleitmaßnahmen und bessere Barrierefreiheit. Bündnis 90/Die Grünen setzen sich für eine Innenstadtstrecke ein, da diese Emissionen reduziere und den ÖPNV attraktiver mache. Die Freien Wähler pochen auf Kostendisziplin und Praktikabilität, während die FDP die hohen Ausgaben und mögliche Verkehrsbehinderungen kritisiert und Alternativen bevorzugt.
Die Linke verlangt bezahlbare und gerechte Mobilität und lehnt Veränderungen ab, die einkommensschwache Bürger belasten könnten. Die AfD lehnt das gesamte Projekt ab und verweist auf ungelöste Finanzierungsfragen. Auch Bürgerinitiativen sind gespalten: Manche befürworten die Innenstadtvariante wegen besserer Anbindungen, andere fürchten Bauschäden oder bevorzugen Außenstrecken. Wirtschaftsverbände unterstützen vor allem Optionen, die die Innenstadtzugänglichkeit und die wirtschaftliche Entwicklung stärken.
Obwohl sich die Freien Wähler zunächst für die Lederstraße ausgesprochen hatten, erhielt die Gartenstraße in der Vorlage der Verwaltung den Status der „bevorzugten Variante“. Mittlerweile unterstützen die Grünen, die Linke und die FDP diese Route. Die SPD zeigt sich weiterhin offen für beide Optionen. Sollte der Beschluss fallen, wird die Stadtbahn die städtische Entwicklung nachhaltig prägen – mit Auswirkungen auf Verkehr, Unternehmen und den Alltag der Reutlinger in den kommenden Jahren.
Die Abstimmung am 16. Dezember wird entscheiden, ob die Gartenstraße oder eine alternative Strecke den Zuschlag erhält. Die Wahl wird Verkehrsströme, Wirtschaftstätigkeit und die Zukunft der Stadt beeinflussen. Angesichts noch offener Fragen zu Finanzierung, Umweltschutz und lokalen Interessen bleibt das Ergebnis jedoch ungewiss.