Weltpolitik im Sportstadion
Weltpolitik in der Turnhalle
Teaser: Beim deutschen Turn-Bundesliga-Finale tritt die Russin Angelina Melnikowa doch nicht an – angeblich aus Sicherheitsgründen. Der Israeli Artem Dolgopyat darf hingegen laut Statuten starten.
28. November 2025, 03:12 Uhr
Sport
Artikel: Das Finale der Deutschen Turn-Bundesliga findet ohne die Olympische Meisterin von 2021, Angelina Melnikowa, statt. Der Rückzug der russischen Turnerin verändert die Wettbewerbslage grundlegend: Nun steht MTV Stuttgart und TSV Tittmoning-Chemnitz ein ausgeglichenerer Zweikampf bevor. Sicherheitsbedenken und Zulassungsregeln führten zu ihrem kurzfristigen Ausschluss.
Melnikowa war von der Internationalen Turnföderation (FIG) trotz umstrittenen Social-Media-Posts, in denen sie den Krieg in der Ukraine unterstützte, als „neutrale Athletin“ eingestuft worden. Dies hätte ihr ursprünglich die Teilnahme ermöglicht. Doch der Deutsche Turner-Bund (DTB) griff ein. Wie DTB-Präsidentin Josy Unger erklärte, erfülle Melnikowa aufgrund fehlender deutscher Staatsbürgerschaft nicht die Voraussetzungen für nationale Wettbewerbe – eine Regelung, die im Dezember 2025 verschärft worden war.
Ihre Abwesenheit bedeutet, dass das Finale bei null beginnt und der bisherige Vorsprung ihres Teams damit hinfällig wird. Die Entscheidung lenkt zudem den Blick auf andere ausländische Sportler in der Liga. So tritt der israelische Turner Artem Dolgopyat für die TG Saar an, da seine Teilnahme vollständig den DTL-Bestimmungen entspricht.
Erst kürzlich hatte die FIG die israelische Delegation wegen Verstößen gegen die Statuten von der Weltmeisterschaft ausgeschlossen. Dolgopyats Vereinszugehörigkeit auf Ligaebene bleibt davon jedoch unberührt. Anders als im Fall Melnikowa gab es gegen seine Startberechtigung keine rechtlichen Einwände nach den Regeln der deutschen Liga.
Ohne Melnikowa verliert das Finale zwischen MTV Stuttgart und TSV Tittmoning-Chemnitz einen seiner Stars. Die DTB-Entscheidung unterstreicht die strengen Staatsbürgerschaftsanforderungen für nationale Wettbewerbe. Gleichzeitig ermöglicht die Liga weiterhin die Teilnahme nicht-deutscher Athleten unter bestimmten Bedingungen – im Einklang mit nationalen und internationalen Vorschriften.