29 December 2025, 02:31

Wie ein bayerisches Dorf seit Jahrzehnten Weihnachtswünsche beantwortet

Der Umschlag des Buches "St. Nikolaus für November" zeigt Santa Claus und ein Kind.

72-Jähriger hält Tradition in Nikolausdorf am Leben - Wie ein bayerisches Dorf seit Jahrzehnten Weihnachtswünsche beantwortet

Seit Jahrzehnten leitet Hubert Weddehage die Nikolaus-Postamt im bayerischen Nikolausdorf, einem kleinen Ort im Landkreis Altötting. Was einst als jugendliche Tradition begann, ist zu einer lebenslangen Verpflichtung geworden – getragen von einem Team ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer, die Jahr für Jahr Briefe von Kindern und Familien beantworten. Ihre Arbeit bringt in der Vorweihnachtszeit Hunderten Menschen festliche Freude.

Das Weihnachtspostamt in Nikolausdorf ist zwar ganzjährig aktiv, doch die Hochphase beginnt mit dem Advent. Noch vor dem offiziellen Start treffen bereits rund 500 Briefe und Karten aus dem ganzen Land ein. Viele sind schlicht an "Nikolaus" adressiert – in dem Vertrauen, dass sie ihren Weg ins Dorf finden werden.

Hubert Weddehages Verbindung zu dieser Tradition reicht weit zurück. Mit 17 Jahren stieg er als Schüler ein, folgte damit den Spuren seines Vaters. Heute koordiniert er als erfahrener Ehrenamtlicher die abendlichen Treffen, bei denen bis zu 20 Helferinnen und Helfer zusammenkommen. Ihre Aufgabe ist klar: Jeden Brief mit einem Gruß vom Nikolaus zu beantworten.

Die meisten Antworten erfolgen mit vorgefertigten Karten, doch manche Briefe stechen heraus. Ist eine Nachricht besonders berührend oder bewegend, widmen die Freiwilligen ihr besondere Aufmerksamkeit – diese erhalten eine persönliche, handschriftliche Antwort. Für Weddehage und sein Team ist diese Arbeit mehr als Pflicht: Es ist eine Herzensangelegenheit, fest verwoben mit ihrer eigenen Adventszeit.

Der heutige Leiter des Postamts, Heinz Peil, sorgt dafür, dass alles reibungslos läuft. Unter seiner Führung halten die Ehrenamtlichen die Tradition Jahr für Jahr am Leben.

Die Briefe kommen weiter, und die Antworten gehen hinaus. Durch das Engagement von Weddehage, Peil und ihrem Team trägt der Geist des Nikolaus weit über Nikolausdorf hinaus. Jeder geöffnete Umschlag, jede verschickte Karte trägt ein Stück der langjährigen Wärme und Großzügigkeit des Dorfes in sich.