06 February 2026, 10:51

Wie Hindenburgs Wahl 1925 die Weimarer Republik zerstörte – eine historische Analyse

Eine alte Zeitung mit einer Zeichnung einer Frau in einem Kleid, umgeben von einer Gruppe von Menschen, mit wahrscheinlich wahlbezogenem Text von 1849.

Wie Hindenburgs Wahl 1925 die Weimarer Republik zerstörte – eine historische Analyse

Ein neues Buch untersucht, wie eine einzige Wahl die deutsche Geschichte prägte

In Das Schicksaljahr 1925 – Als Hindenburg Reichspräsident wurde analysiert Wolfgang Niess die Folgen von Paul von Hindenburgs Machtantritt. Sein Sieg bei der Präsidentschaftswahl 1925 leitete Entwicklungen ein, die die erste Demokratie des Landes zersetzten.

Der Autor wird diese Erkenntnisse am 17. Oktober 2025 in einer Live-Veranstaltung im Rahmen der Reihe Autor im Gespräch vorstellen.

Hindenburgs Wahl zum Reichspräsidenten folgte auf den Tod von Friedrich Ebert, des ersten demokratisch gewählten Staatsoberhaupts Deutschlands. Als nationalkonservativer Skeptiker der Demokratie markierte Hindenburgs Amtszeit eine Zäsur. Zwischen 1930 und 1933 ernannte er Reichskanzler wie Brüning, Papen und Schleicher, die nicht mit parlamentarischer Mehrheit, sondern per Notverordnungen regierten.

Die Wirtschaftskrise der frühen 1930er-Jahre verschärfte sich durch deflationäre Politik und schürte soziale Unruhen. Extremistische Gruppen, darunter die NSDAP, gewannen an Zulauf, während das Vertrauen in die Demokratie schwand. Als Hindenburg im Januar 1933 Adolf Hitler – gestützt von Militärs, Wirtschaftseliten und konservativen Politikern – zum Reichskanzler ernannte, besiegelte er das Ende der Weimarer Republik.

Niess' Buch zeigt, wie Wahlen Demokratien sowohl stärken als auch zerstören können. Die Analyse des Jahres 1925 belegt, welche langfristigen Folgen eine einzige Abstimmung haben kann. In der anstehenden Diskussion mit dem Journalisten Wolfgang Schorlau werden diese Themen vertieft.

Karten für die Veranstaltung kosten 16 Euro, ermäßigt 12 Euro. Auf alle Buchungen fällt eine Systemgebühr von 1 Euro an.

Buch und Veranstaltung veranschaulichen die Verwundbarkeit demokratischer Systeme angesichts politischer Radikalisierung und wirtschaftlicher Instabilität. Hindenburgs Präsidentschaft, zunächst als stabilisierende Kraft wahrgenommen, beschleunigte stattdessen den Niedergang der parlamentarischen Ordnung. Seine Entscheidungen zwischen 1930 und 1933 ebneten den Weg in die nationalsozialistische Diktatur.