25 January 2026, 04:26

Winnender Gymnasium bereitet Schüler mit Pilotprojekt auf Katastrophen vor

Eine Gruppe von Menschen sitzt auf dem Flughafenboden und hält ein Banner in der Hand, auf dem "Berlin wegen Klimakrise gestrichen" steht, mit verstreuten Taschen, Flaschen und anderen Gegenständen im Hintergrund sowie Rolltreppen, Tafeln mit Text und Deckenleuchten.

Dosenwaren und Konserven - Schüler trainieren für Notfälle - Winnender Gymnasium bereitet Schüler mit Pilotprojekt auf Katastrophen vor

Pilotprojekt am Georg-Büchner-Gymnasium in Winnenden: Schüler lernen den Umgang mit Notfällen

Am Georg-Büchner-Gymnasium in Winnenden läuft ein Pilotprojekt, das Schülerinnen und Schüler darauf vorbereitet, wie sie in Notfällen handeln können. Die Initiative wird von der Hilfsorganisation Malteser getragen und ist eine Reaktion auf jüngste Katastrophen, die Defizite in der Vorsorge offenbarten. Im Unterricht diskutieren die Jugendlichen nun über lebenswichtige Vorräte und Strategien zur Krisenbewältigung.

Der Ruf nach Notfalltrainings an Schulen wurde nach den Flutkatastrophen 2024 und dem Anschlag auf das Berliner Stromnetz 2025 lauter. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) fordert jährliche Unterrichtseinheiten zum Krisenmanagement – junge Menschen bräuchten praktische Fähigkeiten, so seine Begründung. Baden-Württemberg führte bereits im Schuljahr 2023/2024 einen verpflichtenden Aktionstag für Sechstklässler ein.

Am Georg-Büchner-Gymnasium leitet Lehrer Florian Hambach, der selbst ehrenamtlich im Katastrophenschutz aktiv ist, eine Arbeitsgruppe für Schüler der Klassen 8 bis 12. Sie lernen, was in einen Notfallrucksack gehört und wie man Vorräte anlegt. Für eine vierköpfige Familie empfiehlt sich etwa der Vorrat von zehn Packungen Instant-Suppe, zwölf Kilogramm Konserven und acht Litern Milch. Der 13-jährige Simon ist überzeugt, dass der Klimawandel das Risiko für Katastrophen erhöht – und Vorbereitung damit noch dringender macht. Matilda (13) und Lara (15) stießen nach den eigenen Erfahrungen mit den Fluten 2024 zur Gruppe. Hambach betont, dass nur kontinuierliches Engagement – und nicht nur Einzelveranstaltungen – nachhaltiges Wissen vermittelt.

Das Projekt stattet die Jugendlichen mit praktischen Fähigkeiten aus: vom Packen eines Notfallsets bis zum Verständnis langfristiger Vorsorge. Angesichts der noch frischen Erinnerungen an jüngste Katastrophen sehen Schulen und Verantwortliche darin einen notwendigen Schritt. Ziel ist es, solche Schulungen auszuweiten, damit mehr junge Menschen auf künftige Krisen vorbereitet sind.