16 December 2025, 10:44

Xavier Naidoos umstrittenes Comeback: Warum Köln trotz Kritik jubelt

Eine Gruppe von Menschen, die Musik hören und genießen, mit einem Mann in der Mitte in einem ärmellosen Hemd, der singt und eine Gitarre spielt, vor einer braunen Wand mit einem Bild oben.

Xavier Naidoos umstrittenes Comeback: Warum Köln trotz Kritik jubelt

Xavier Naidoo: Darf er ein Comeback feiern?

Nach einer sechsjährigen Pause gibt Xavier Naidoo am Dienstag in Köln sein Konzert-Comeback. Doch es ist kein Comeback wie jedes andere.

Xavier Naidoo kehrt nach sechs Jahren Abstinenz mit zwei Konzerten in Köln auf die Bühne zurück. Der einst äußerst populäre deutsche Sänger sah sich jahrelang massiver Kritik ausgesetzt – wegen Songtexten und öffentlicher Äußerungen, die als antisemitisch, rassistisch und verschörungsideologisch angeprangert wurden. Trotz der Kontroversen waren die 15.000 Tickets für seinen ersten Auftritt innerhalb kürzester Zeit ausverkauft, sodass ein zweites Konzert für diesen Mittwoch angesetzt wurde.

Naidoos Karriere kam ins Stocken, nachdem ihm wiederholt Hassrede vorgeworfen wurde. Seine Lieder enthalten seit Langem Passagen, die viele als antisemitisch und verschwörungstheoretisch deuten. Über die Musik hinaus unterstützte er offen die rechtsextreme Reichsbürgerbewegung, verbreitete QAnon-Theorien und relativierte in Aussagen den Holocaust.

2022 veröffentlichte er ein YouTube-Video, in dem er sich für frühere Äußerungen entschuldigte und sich von Rassismus, Nationalismus, Homophobie und Antisemitismus distanzierte. Der Journalist Andreas Speit bezeichnete die Entschuldigung jedoch als halbherzig und unzureichend. Gleichzeitig laufen noch zwei separate Verfahren wegen Volksverhetzung gegen Naidoo am Landgericht Mannheim.

Die Ankündigung seines Köln-Comebacks im vergangenen Sommer löste sofortige Proteste aus. Die Werteinitiative forderte die Absage der Konzerte mit der Begründung, Naidoos antisemitische Vergangenheit lasse sich nicht allein durch Worte aus der Welt schaffen. Man warnte, sein Auftritt würde Hass gegen Jüdinnen und Juden normalisieren. Trotz der Kritik verteidigte der Veranstalter Marek Lieberberg die Entscheidung und verwies auf Naidoos öffentliche Entschuldigung als Rechtfertigung für die Rückkehr.

Die beiden Kölner Konzerte sind Naidoos erste großen Auftritte seit 2018. Der rasante Ticketverkauf zeigt, dass er trotz aller Vorwürfe nach wie vor eine treue Fangemeinde hat. Doch die juristischen Verfahren gegen ihn harren weiterhin einer Klärung.