ZDK warnt vor EU-Plänen: Neue Kennzeichnungsregeln gefährden Gebrauchtwagenhandel
Antonio SchleichZDK warnt vor EU-Plänen: Neue Kennzeichnungsregeln gefährden Gebrauchtwagenhandel
Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) hat schwere Bedenken gegen die von der Europäischen Kommission geplanten Regeln zur Fahrzeugkennzeichnung angemeldet. Nach Angaben des Branchenverbands könnten die neuen Vorschriften erhebliche rechtliche und praktische Probleme für Händler mit sich bringen – insbesondere beim Verkauf älterer Gebrauchtwagen.
Die Europäische Kommission will die bestehende Richtlinie 1999/94/EG durch strengere Kennzeichnungsvorgaben ersetzen. Diese würden Händler verpflichten, selbst bei Gebrauchtfahrzeugen detaillierte Angaben zu Kraftstoffverbrauch und Emissionen bereitzustellen. Bisher gelten solche Anforderungen nur für Neuwagen.
ZDK-Präsident Thomas Peckruhn warnte, dass die Ausweitung dieser Regeln auf Gebrauchtwagen zu weit gehe. Er argumentierte, dass viele ältere Modelle nach dem veralteten NEFZ-Standard (Neuer Europäischer Fahrzyklus) zertifiziert wurden, während neuere Fahrzeuge das strengere WLTP-System (Worldwide Harmonised Light Vehicles Test Procedure) nutzen. Eine Umrechnung zwischen diesen Messverfahren sei für Händler nicht möglich, was die Einhaltung der Vorschriften unmöglich mache.
Der Branchenverband wies zudem auf ein weiteres Problem hin: Gebrauchtwagen werden häufig nachgerüstet, wodurch sich ihre ursprünglichen Spezifikationen ändern. Zuverlässige Verbrauchsangaben für solche Fahrzeuge seien oft nicht verfügbar. Peckruhn forderte das Bundeswirtschaftsministerium auf, sich in Brüssel für realistischere Regelungen einzusetzen, und warnte, dass Händler sonst möglicherweise den Handel mit älteren Gebrauchtwagen vollständig einstellen könnten.
In einem acht Punkte umfassenden Positionspapier sprach sich der ZDK dafür aus, die Kennzeichnungsvorgaben ausschließlich auf Neuwagen anzuwenden. Zudem lehnte der Verband verpflichtende Angaben zum Batteriezustand bei gebrauchten Elektroautos ab. Der Verband forderte außerdem klarere Verantwortlichkeiten für Hersteller, Online-Plattformen und Händler sowie eine einheitliche EU-weite Marktüberwachung.
Die Kritik des ZDK konzentriert sich auf die praktischen Herausforderungen, die mit der Anwendung der neuen Kennzeichnungsregeln auf Gebrauchtwagen verbunden sind. Ohne Anpassungen könnten die geplanten Vorschriften Händler dazu zwingen, ältere Fahrzeuge aus ihrem Sortiment zu nehmen – zum Nachteil der Käufer. Der Verband setzt sich weiterhin für eine überarbeitete Lösung ein, die unnötige Belastungen für den Gebrauchtwagenmarkt vermeidet.






