ZF verkauft seine Fahrerassistenz-Sparte an Samsung-Tochter Harman
Wenzel WeinholdZF verkauft seine Fahrerassistenz-Sparte an Samsung-Tochter Harman - ZF verkauft seine Fahrerassistenz-Sparte an Samsung-Tochter Harman
ZF verkauft Spartenbereich Fahrerassistenzsysteme an Samsung-Tochter Harman
ZF verkauft Spartenbereich Fahrerassistenzsysteme an Samsung-Tochter Harman
ZF verkauft Spartenbereich Fahrerassistenzsysteme an Samsung-Tochter Harman
- Dezember 2025, 09:16 Uhr
Die ZF Friedrichshafen AG hat sich mit dem südkoreanischen Elektronikkonzern Samsung Electronics auf den Verkauf ihrer Abteilung für fortschrittliche Fahrerassistenzsysteme (ADAS) an die Samsung-Tochter Harman geeinigt. Der am 23. Dezember 2025 bekannt gegebene Deal im Volumen von 1,5 Milliarden Euro sieht vor, dass rund 3.750 Mitarbeiter zum neuen Eigentümer wechseln. Die Transaktion soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 abgeschlossen werden.
Der Verkauf erfolgt vor dem Hintergrund finanzieller Belastungen, denen ZF nach kostspieligen Übernahmen ausgesetzt ist – darunter die des Bremsenspezialisten Wabco und des Zulieferers TRW. Diese Akquisitionen, kombiniert mit rückläufigen Fahrzeugproduktionen und einer schwächeren Nachfrage der Hersteller, haben die Schuldenlast des Unternehmens auf über 10,6 Milliarden Euro ansteigen lassen. Zudem verzeichnete ZF in den vergangenen Jahren erhebliche Verluste.
Laut Vereinbarung behält ZF seine Elektroniksparten für Fahrwerkstechnologien, passive Sicherheitssysteme sowie Aktivitäten im Bereich Fahrerassistenz für Nutzfahrzeuge. Unternehmenschef Mathias Miedreich betonte, der Deal ermöglichte es ZF, sich auf seine Kerngeschäftsbereiche zu konzentrieren: Fahrwerkssysteme, Antriebsstränge und Nutzfahrzeuge.
Harman-Manager Christian Sobottka bezeichnete die Übernahme als „entscheidenden Schritt“ zur Entwicklung vernetzter, intelligenterer und sichererer Fahrzeuge. Die Expansion passt zu Harmans Strategie, sein Engagement in der Automobiltechnologie über die traditionellen Bereiche Audio- und Infotainmentsysteme hinaus auszubauen.
ZF hatte zudem angekündigt, bis Ende 2028 bis zu 14.000 Stellen in Deutschland abzubauen. Die Kürzungen stehen im Zusammenhang mit sinkenden Aufträgen und dem Umbruch in der Automobilindustrie durch die Elektromobilität, die traditionelle Zulieferketten durcheinanderbringt.
Die Erlöse aus dem Verkauf sollen ZF helfen, die Schuldenlast zu verringern. Das Unternehmen wird ausgewählte Aktivitäten im Bereich Fahrerassistenz behalten, sich ansonsten aber auf seine verbleibenden Sparten fokussieren. Der Deal markiert einen bedeutenden Wandel in der Automobiltechnologie-Branche, da Harman seine Position im Bereich Fahrzeugsicherheitssysteme weiter ausbaut.