Zwei brutale Angriffe auf Bahnmitarbeiter erschüttern Deutschland innerhalb weniger Tage
Antonio SchleichZwei brutale Angriffe auf Bahnmitarbeiter erschüttern Deutschland innerhalb weniger Tage
Zwei brutale Angriffe auf Bahnmitarbeiter haben Deutschland in den letzten Tagen erschüttert. In einem Fall wurde ein Schaffner nach einer Auseinandersetzung mit einem Schwarzfahrer in der Nähe von Crailsheim angegriffen. Nur wenige Tage zuvor war ein weiterer Mitarbeiter nach einem grausamen Überfall in der Nähe von Landstuhl in Rheinland-Pfalz gestorben.
Die Vorfälle werfen ein Schlaglicht auf ein wachsendes Problem: Allein in den ersten zehn Monaten des Jahres 2025 wurden fast 3.000 Angriffe auf Beschäftigte der Deutschen Bahn registriert.
Der erste Vorfall ereignete sich in einem Zug zwischen Stuttgart und Crailsheim. Ein 42-jähriger Schaffner mit makedonischen Wurzeln verhängte gegen einen 21-jährigen Fahrgast ein erhöhtes Beförderungsentgelt, da dieser ohne gültigen Fahrausweis unterwegs war. Die Situation eskalierte, als der Passenger aggressiv wurde.
Der Verdächtige, ein pakistanischer Staatsbürger, überfiel den Schaffner daraufhin, spuckte ihm auf das Bein und versuchte, ihn mit einer Flasche zu schlagen, bevor er flüchtete. Der Schaffner erstattete am folgenden Tag Anzeige bei der Polizei.
Nur Tage zuvor hatte sich in der Nähe von Landstuhl ein weitaus tödlicherer Angriff ereignet. Serkan Çalar, ein 26-jähriger Bahnmitarbeiter und Vater von zwei Kindern, wurde brutal angegriffen. Er erlag später im Krankenhaus den Folgen einer Hirnblutung.
Çalar hatte seine Hochzeit geplant und galt als fürsorglicher Familienmensch. Sein Vater erlitt bei der Nachricht von dem Vorfall einen Herzinfarkt und musste notfallmäßig ins Krankenhaus gebracht werden.
Die Polizei nahm inzwischen einen 26-jährigen Griechen ohne festen Wohnsitz in Zusammenhang mit dem Angriff in Landstuhl fest. Er befindet sich weiterhin in Untersuchungshaft, während die Ermittlungen andauern.
Offizielle Zahlen verdeutlichen das Ausmaß der Gewalt: Zwischen Januar und Oktober 2025 verzeichnete die Deutsche Bahn 2.987 Fälle von Bedrohungen oder körperlichen Angriffen auf Mitarbeiter – im Schnitt fünf Vorfälle pro Tag. Zwar liegen die Jahreszahlen für 2026 noch nicht vor, doch 2024 gab es rund 3.150 Zwischenfälle, wobei die Zahlen für 2025 die Marke von 3.000 bereits überschritten haben.
Die beiden jüngsten Angriffe haben die Sorge um die Sicherheit von Bahnmitarbeitern weiter verschärft. Die Behörden ermitteln in beiden Fällen, ein Verdächtiger sitzt bereits in Untersuchungshaft. Unterdessen bleibt die Deutsche Bahn mit tausenden gewalttätigen Vorfällen pro Jahr konfrontiert – eine alarmierende Entwicklung, die das Unternehmen und die Beschäftigten vor große Herausforderungen stellt.