AfD startet umstrittene "Messer-App" – und erhöht Druck auf Berlins Regierung
Antonio SchleichAfD startet umstrittene "Messer-App" – und erhöht Druck auf Berlins Regierung
Berlins rechtspopulistische AfD startet Online-Tool zur Erfassung von Messerangriffen in der Hauptstadt
Unter dem Namen "Messer-App" hat die Partei eine digitale Karte veröffentlicht, die Vorfälle, Verletzungen und Tatorte auf Basis von Polizeiberichten dokumentiert. Die AfD behauptet, das Tool solle vor den anstehenden Wahlen für mehr Transparenz sorgen.
Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund weiter steigender Messergewalt: Allein 2024 verzeichnete die Polizei 3.412 Angriffe – ein Anstieg von 5,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Die digitale Übersicht der AfD greift auf Daten der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) zurück und deckt dabei Lücken zwischen gemeldeten Vorfällen und offiziell erfassten Fällen auf. Laut Partei deuten die Abweichungen auf eine Untererfassung in den amtlichen Zahlen hin. Zudem zeigt das Tool einen drastischen Anstieg von Schusswaffenstraftaten: 2025 stieg deren Zahl um 68 Prozent.
Berlin ist eines der wenigen Bundesländer, das die Nationalitäten von Tatverdächtigen bei Messerangriffen nicht veröffentlicht. Die AfD-Fraktionsvorsitzende Kristin Brinker kritisierte die regierende Koalition wegen mangelnder Transparenz bei der Aufklärung von Gewaltverbrechen. Die Partei fordert nun, dass die Behörden mehr Details – darunter die Herkunft der Tatverdächtigen – offenlegen, um das Problem anzugehen.
Als Reaktion auf die zunehmende Gewalt haben Polizei und Staatsanwaltschaft Sonderermittlungseinheiten eingerichtet. Zudem führte die Stadt drei Waffen- und Messerbeschränkungszonen ein, um Angriffe einzudämmen. Dennoch besteht die AfD darauf, dass ihre neue Plattform die Regierung zwingen werde, die Thematik offener anzugehen.
Mit der "Messer-App" erhöht die AfD den Druck auf Berlins Koalition, mehr Kriminalitätsdaten preiszugeben. Angesichts steigender Messer- und Schusswaffengewalt stilisiert die Partei die öffentliche Sicherheit zum zentralen Wahlkampfthema. Zwar hat die Stadt bereits Maßnahmen ergriffen, um Waffen in Risikogebieten einzuschränken – doch die Debatte über mehr Transparenz bleibt umstritten.






