AfD zerfällt: Interne Briefe enthüllen Machtkämpfe und Vorwürfe der Vetternwirtschaft
Cordula RingAfD zerfällt: Interne Briefe enthüllen Machtkämpfe und Vorwürfe der Vetternwirtschaft
Zwei interne Beschwerdebriefe haben tiefe Spaltungen innerhalb der AfD offenbart. Die Dokumente werfen Landesführungen vor, Kritiker zum Schweigen zu bringen, und fordern mehr Transparenz bei finanziellen und personellen Entscheidungen. Der Streit eskaliert, während Markus Frohnmaier trotz der Vorwürfe mit überwältigender Unterstützung wiedergewählt wurde.
Der erste Brief stammt vom ausscheidenden AfD-Landesabgeordneten Rüdiger Klos. Darin warnt er, führende Funktionäre seien „offensichtlich inkompetent“ und könnten „Chaos für Deutschland“ anrichten, falls sie Regierungsverantwortung übernähmen. Klos verglich die Vorgehensweise der Partei zudem mit „Säuberungen, wie sie an totalitäre Systeme erinnern“, und „innerparteilichen Taktiken im Stil Goebbels’“.
Der zweite Brief wurde von langjährigen Parteimitgliedern aus zwei Bezirksverbänden in Südwestdeutschland verfasst. Sie kritisieren eine Machtkonzentration, Vetternwirtschaft und mangelnde Transparenz in Finanzfragen. Die Unterzeichner beschreiben einen Wandel „von basisdemokratischen Strukturen hin zu einer autokratischen Funktionärspartei“. Beide Schreiben fordern eine unabhängige Prüfung der Landespartei-Finanzen, einschließlich des umstrittenen Ludwigsburger Erbes.
Trotz der Vorwürfe wurde Markus Frohnmaier mit über 91 Prozent der Stimmen als Landesvorsitzender wiedergewählt. Klos behauptet zudem, die Parteiführung nutze Ausschlussverfahren, um Kritiker mundtot zu machen.
Die Briefe verdeutlichen die wachsenden Spannungen innerhalb der AfD um Führung und Rechenschaftspflicht. Forderungen nach finanzieller Transparenz und einer unabhängigen Prüfung bleiben bisher unerfüllt. Frohnmaiers deutliche Wiederwahl deutet hingegen darauf hin, dass die Parteibasis weiterhin hinter dem aktuellen Kurs steht.






