19 March 2026, 20:19

Baden-Württemberg testet revolutionäre Methoden zur Wasserspeicherung in Wäldern

Ein kleiner, stiller Tümpel klaren Wassers in einem Wald, der die umliegenden Bäume und trockenen Blätter spiegelt.

Baden-Württemberg testet revolutionäre Methoden zur Wasserspeicherung in Wäldern

Wälder spielen eine entscheidende Rolle im Wassermanagement – von der Verringerung von Hochwasserrisiken bis zur Filterung von Regenwasser zu sauberem Grundwasser. Angesichts des Klimawandels, der häufigere Dürren und Starkregen mit sich bringt, wird die Umwandlung von Wäldern in widerstandsfähige Ökosysteme immer dringlicher. In Baden-Württemberg testen Wissenschaftler nun neue Methoden, um Wasser länger in den Wäldern zu halten – mit Ansätzen, die weit über die traditionelle Forstwirtschaft hinausgehen.

Das Forstliche Forschungsinstitut Baden-Württemberg (FORWISS) leitet Pilotprojekte, die die Wasserspeicherung in Wäldern verbessern sollen. Statt auf passive Maßnahmen wie Kahlschlag oder Monokulturen zu setzen, erproben die Forscher aktive Techniken: kleine Staudämme, Mulchstreifen aus Holzresten, schwammartige Rückhalteflächen und Wasserspeichergruben. Jede Methode zielt darauf ab, den Abfluss zu verlangsamen und Niederschläge im Waldökosystem zu halten.

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Natürlich regulieren Wälder Wasser auf vielfältige Weise. Der Boden wirkt wie ein Schwamm – er saugt Regen auf und gibt ihn allmählich ab, um plötzlichen Oberflächenabfluss zu verhindern. Dabei wird das Wasser beim Versickern durch verschiedene Schichten gefiltert und speist so die Vorräte an sauberem Grundwasser. Bäume kühlen zudem durch Verdunstung die Luft, was im Sommer für eine erfrischende Wirkung sorgt und sogar die lokale Wolkenbildung und Niederschläge fördern kann.

Mischwälder, insbesondere mit Laubbäumen, verstärken diese Effekte. Ihre vielfältige Struktur ermöglicht es, dass im Winter mehr Regen und Schnee den Boden erreichen und so den Grundwasserspiegel anheben. Gleichzeitig verzögern gut geplante Wasserquerungen entlang von Waldwegen den Abfluss zusätzlich und halten die Feuchtigkeit im System. Die Wissenschaftler von FORWISS überwachen diese Ansätze genau, um ihre langfristige Wirksamkeit zu bewerten.

Die Umstellung auf klimaresiliente Wälder gilt als unverzichtbar. Da extreme Wetterereignisse zunehmen, hilft die Anpassung der Wälder, Städte und Dörfer vor Sturzfluten zu schützen und gleichzeitig eine stetige Wasserversorgung zu sichern. Die klassische Forstwirtschaft allein reicht dafür nicht mehr aus – gezielte Eingriffe sind nun entscheidend.

Die Pilotprojekte in Baden-Württemberg stehen für einen neuen Ansatz im Waldmanagement, der die Wasserspeicherung in den Vordergrund stellt – statt nur die Holzproduktion. Durch die Kombination natürlicher Prozesse mit technischen Lösungen wollen die Forscher Wälder schaffen, die den Klimabelastungen standhalten. Die Ergebnisse könnten künftige Forstpolitiken in der Region und darüber hinaus prägen.

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