BAföG-Reform scheitert an Koalitionsstreit – Studierende zahlen die Zeche
Wenzel WeinholdBAföG-Reform scheitert an Koalitionsstreit – Studierende zahlen die Zeche
Streit um BAföG-Reform offenbart tiefe Gräben in der schwarz-roten Koalition
Während die Mieten in Universitätsstädten explodieren, kämpfen Studierende und Auszubildende mit immer größeren finanziellen Belastungen. Kritiker halten den von der Regierung vorgeschlagenen Anstieg des Wohnzuschusses um 60 Euro für völlig unzureichend, um die Krise zu bewältigen.
Der Konflikt eskalierte, nachdem im Haushalt 2026 von Ministerin Bär für die grundlegende finanzielle Absicherung 250 Millionen Euro weniger vorgesehen wurden als für die Raumfahrtforschung und die Förderung der Spieleindustrie. Gleichzeitig frisst die Inflation weiterhin die Kaufkraft der Studierenden auf, sodass viele sich Wohnen in wichtigen Hochschulstandorten kaum noch leisten können.
Die Auseinandersetzung spitzte sich weiter zu, nachdem ein offizieller Antrag (Drucksache 21/2234) im Bundestag eingereicht wurde. Das Dokument fordert eine regionale Anpassung der Wohnkostenpauschale, eine automatische Inflationsanpassung sowie einen garantierten Existenzminimumsatz in Höhe des Bürgergelds. Befürworter argumentieren, dass diese Änderungen unverzichtbar seien, um zu verhindern, dass junge Menschen ohne vermögende Eltern sich Bildung schlicht nicht mehr leisten können.
Ayşe Asar, Sprecherin für Forschungs-, Technologie- und Raumfahrtpolitik, kritisierte die Prioritätensetzung der Regierung scharf. Sie warf den Verantwortlichen vor, zukünftige Fachkräfte gegen Steuererleichterungen für Unternehmen auszuspielen – ein Zeichen für ein grundlegendes Unverständnis des Fachkräftemangels. Zwischen CDU/CSU und SPD herrscht weiterhin Blockade, eine Lösung ist nicht in Sicht.
Im Kern geht es um die wachsende Kluft zwischen Wohnkosten und staatlicher Unterstützung. Ohne Reform drohe das aktuelle System immer mehr junge Menschen zu zwingen, ihr Studium abzubrechen oder aus den teuren Uni-Städten wegzuziehen, warnen Aktivisten. Der vorgeschlagene Zuschuss von 60 Euro wird angesichts der rasant steigenden Mieten weitgehend als Tropfen auf den heißen Stein abgetan.
Die Pattsituation lässt Studierende und Auszubildende in Unsicherheit zurück, während die Lebenshaltungskosten weiter steigen. Kommt es zu keiner Einigung, wird sich die finanzielle Belastung für junge Menschen weiter verschärfen – besonders in begehrten Großstädten. Der Ausgang des Reformstreits wird entscheiden, ob Bildung weiterhin für alle zugänglich bleibt oder zunehmend denen vorbehalten ist, die auf familiäres Vermögen zurückgreifen können.






